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Binsfeld

Geschichte:

Mit Arnold von Binsfeld werden die adeligen Herren von Binsfeld in Jahr 1150 erstmals erwähnt. Die Familie verwaltete bis 1550 die umliegenden Besitzungen des Klosters Nivelles. Heinrich Mule von Binsfeld trug 1397 den Herzögen von Jülich seine Burg als Lehen an. Aus Mangel an männlichen Nachkommen ging nach dem Tode Freiherrn Wilhelms von Binsfeld 1652 die Burg an seinen Schwager Johann Arnold von Wachtendonk über. Nach längeren Erbstreitigkeiten nahmen 1731 die Familien von Harff und von Bourscheidt Binsfeld in Besitz, ohne dass der Prozess endgültig abgeschlossen war. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts teilten sich die Familien von Rolshausen und von Metternich das Anwesen, bevor es die von Rolshausen 1794 alleine übernahm. Im 19. Jahrhundert wechselte Schloss Binsfeld mehrfach den Eigentümer bis es 1990 an einen Bauunternehmer verkauft wurde, der die Gebäude zu einer Seniorenwohnanlage umbaute. (Hans-Jürgen Greggersen)

Bauentwicklung:

Im Osten der Anlage entdeckte Reste eines Fundaments aus Bruchsteinen mit Holzgründung entstammen möglicherweise einem Bau des 12. Jahrhunderts (vgl. hierzu die Ergebnisse der Archäologischen Untersuchungen von 1992). Spätestens bis 1397 entstand ein zweiflügeliger Backsteinbau, der in Resten in dem Neubau aus dem Jahre 1533 erhalten ist. Während des 18. und besonders des 19. Jahrhunderts wurde die Vorburg erneuert und der Torbau des 16. Jahrhunderts mehrmals überarbeitet. Dabei ebnete man auch die Wassergräben zwischen Vor- und Hauptburg ein. Bei der Umnutzung nach 1990 mussten die Gebäude teils empfindlich Eingriffe erleiden, so erweitere man das ursprünglich zweiflügelige Herrenhaus um einen dritten Flügel und stockte die Wirtschaftsgebäude auf. (Hans-Jürgen Greggersen)

Baubeschreibung:

Die Gebäude der einstmals zweiteiligen Anlage gruppieren sich heute in vier Flügel um einen geschlossenen Hof. Die Wassergräben, die ursprünglich auch Vor- und Hauptburg separierten, umschließen heute nur noch die Außenseite des Gevierts. Eine steinerne Brücke führt zu einem Torhaus, das im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammt. In seinem Rahmen sind noch die Schlitze für die Zugketten der Brücke erkennbar. Der Fassade des zweigeschossigen Backsteinbaus des Herrenhauses ist auf der Hofseite eine doppelgeschossige Loggia aus Rotsandstein vorgestellt, die durch ihren Reichtum an spätgotischer Ornamentik beeindruckt. Daneben reicht ein achtseitiger Treppenturm weit über die Traufe des Satteldachs hinaus. Der niedrige Westflügel des Haupthauses ruht noch auf den mittelalterlichen Fundamenten seines Vorgängers, seine architektonischen Formen entstammen dagegen der Zeit des Historismus. Im Westen schließt ein kompletter Neubau an das Herrenhaus an. Ebenso sind die Gebäude des früheren Wirtschaftshofs zu modernen Wohnhäusern umgestaltet. An der Südostecke der Feldseite schließt sich ein Rundturm an das Burghaus an, der in seiner Grundsubstanz noch dem 14. Jahrhundert angehört. Sein spitzes Kegeldach erreicht die gleiche Höhe wie der Treppengiebel des Hauptgebäudes. Unterhalb des östlichen Treppengiebels ist der heute vermauerte Wehrgang noch sichtbar. (Hans-Jürgen Greggersen)

Arch-Untersuchung/Funde:

Archäologische Untersuchungen fanden 1992 statt. Im Kontext der Grabungen wurden mehrere Bauphasen beobachtet. Besonderes Interesse verdient der Osttrakt, wo man auf die vermutlich älteste hochmittelalterliche Bauphase der ersten Hälfte des 12. Jhs. stieß. Der Befund zeigte Fundamentreste aus Bruchsteinen mit Holzgründung. Dendrochronologische Untersuchungen waren nicht möglich. Die nächstjüngere Bauphase wurde im Bereich der heutigen Bebauung festgestellt. Es handelt sich um den Osttrakt bzw. die östliche Außenmauer dieses Bauteils. Vermutlich bot die Zerstörung des Ostflügels im 16. Jh. Anlass für eine grundlegende bauliche Umgestaltung der Wasserburg. Einer jüngeren Bauphase sind die Fundametne und Mauerstümpfe eines nach Osten vor das Herrenhaus vorspringenden Turmes zuzuordnen.
Zu den spektakulären Funden, die im Rahmen der archäologischen Untersuchungen gemacht wurden, zählt ein umfangreicher Bestand an spätmittelatlerlich/frühneuzeitlichen Tonfließen eines Schmuckfußbodens. (J. Friedhoff)