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Satzvey

Geschichte:

Die Anfänge der im Kern spätmittelalterlichen Burg Satzvey reichen bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück. In dem gleichnamigen Ort verfügte das Bonner Stift Dietkirchen bereits seit dem 12. Jahrhundert über Grundbesitz und Rechte. Burg Satzvey bildete den Sitz des Vogtes, der die Güter der Abtei verwaltete. Als erster nachweisbarer Inhaber des Vogtamtes lässt sich 1368 Otto von Vey nachweisen. Die Tochter des Reinhard von Vey brachte die Burg 1391 ihrem Ehemann Heinrich von Krauthausen zu. Nach dem Erlöschen der Familie von Krauthausen 1485 fiel Satzvey an Heinrich von Melre und Ende des 16. Jahrhunderts im Erbgang an die Spies von Büllesheim. In der Neuzeit bildete die Burg den Mittelpunkt einer kleinen jülichschen Unterherrschaft. Johann Franz Spies von Büllesheim veräußerte 1747 Burg und Herrschaft an Karl Kaspar von Gymnich und 1825 gelangte Satzvey an die Wolff-Metternich zur Gracht. Gräfin Adeline Wolff-Metternich brachte die Wasserburg 1944 ihrem Gatten Josef Beissel von Gymnich zu. Bis heute befindet sich das Anwesen im Besitz dieser Familie. Herausragende Bedeutung erlangte Satzvey in den letzen Jahren durch die dort stattfindenden Ritterspiele und Mittelaltermärkte. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Ungeachtet der historistischen Veränderungen, die die Burg Ende des 19. Jahrhunderts erfahren hat, blieb der Kern der Anlage, ein spätmittelalterliches Burghaus, erhalten. Unklar ist, ob die Anfänge der Wasserburg bis ins ausgehende 14. Jahrhundert zurückreichen. In der Literatur wird Satzvey als Bau des 15. Jahrhunderts angesprochen. Folgt man dem zuletzt genannten Datierungsansatz, so kommen die Herren von Krauthausen als Initiatoren des Burgenbaues in Betracht. Eine recht zuverlässige Ansicht der Burg zu Beginn des 18. Jahrhunderts bietet eine lavierte Federzeichnung des Wallonen Renier Roidkin, die um 1725 entstand. Sie zeigt noch den spätmittelalterlichen Baubestand der Anlage mit Resten des das Burghaus umgebenden Zwingers. Unter Dietrich Aloys von Wolff-Metternich wurde Satzvey um 1880 baulich verändert. Insbesondere das Herrenhaus wurde an der Hofseite sowie im Süden erheblich erweitert. An die Stelle des leicht vorkragenden Wehrgeschosses traten Wohnräume. Weitere bauliche Veränderungen erstreckten sich 1897 auf die zinnenbekrönte Mauer an der Straße sowie auf die im Kern spätgotische Doppeltoranlage, die zu Beginn des 20. Jh. ein neues Dach erhielt. Im Bereich eines an die Burg grenzenden Wirtschaftshofes des 19. Jahrhunderts entstanden neue Gebäude zur Aufnahme der Gastronomie. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Bei dem Adelssitz Satzvey handelt es sich um eine zweiteilige, im Tal des Veybaches gelegene Wasserburg, deren Erscheinungsbild durch das spätmittelalterliche Burghaus, das Doppelturmtor sowie historistische Umbauten geprägt wird. Östlich schließt sich an die Hauptburg eine Vorburg mit dem imposanten Doppelturmtor des ausgehenden 15. Jahrhunderts an. Das von den beiden Rundtürmen flankierte Torhaus weist ein spitzbogiges Tor in einer Zugbrückenblende auf. Die geschweiften Hauben der beiden Türme sind Zutaten des beginnenden 20. Jahrhunderts. An der Südseite des Areals erhebt sich das im Kern spätmittelalterliche Burghaus, ein über einem Kellergeschoss errichtetes zweistöckiges, rechteckiges Gebäude mit einem ehemaligen Wehrganggeschoss, das leicht über Rundbogenfries vorkragt und seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Wohnräume aufnimmt. Die das Burghaus ursprünglich eng umschließende Zwingeranlage (vgl. Groß-Vernich) ist fast ganz verschwunden. Um 1880 wurde das Burghaus erheblich erweitert. Der Ausbau erstreckte sich auf die hofseitige Erweiterung um eine Raumfolge, den Anbau eines neuen Flügels an der Südseite mit einem aus der Fassadenmitte vorspringenden Rundturm mit steiler Turmhaube sowie einen kleineren Anbau an der Nordseite, der sich unmittelbar an den noch spätmittelalterlichen Flankenturm des Burghauses anlehnt. Das spätmittelalterliche Burghaus wird durch ein steiles Walmdach abgeschlossen und die Ecken des ehemaligen Wehrganggeschosses werden durch runde Eckwarten betont. (Jens Friedhoff)