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Frankenberg bei Aachen

Geschichte:

Im 13. Jahrhundert ist eine Familie belegt, die sich nach Frankenberg benennt und die als Vögte von Burtscheid fungierten. Vermutlich handelt es sich um einen Zweig der von Merode. Eine erste indirekte Erwähnung der Anlage bietet die 1280 getätigte Schenkung des Johann von Frankenberg und seiner Gattin zugunsten der Kapelle zu Haan. Als Sohn des Johann von Frankenberg tritt 1306 Edmund in Erscheinung, der die Vogtei der Abtei Burtscheid innehatte. Der Frankenberger Zweig der von Merode erlosch 1579 mit Adam III. von Merode genannt Frankenberg, der sich am Kampf um die Befreiung der Niederlande beteiligte und dessen Burg 1579 von spanischen Truppen eingenommen und teilweise zerstört wurde. Herzog Wilhelm von Jülch belehnte 1583 Johann von Merode aus der Linie Houffalize mit der teilweise zerstörten Burg Frankenberg. Johanns Enkel, Johann Dietrich, begann 1637 mit der Wiederherstellung der Anlage, die nach 1728 nicht mehr von Familienmitgliedern bewohnt wurde und verfiel. 1825 erwarb der Landrat Friedrich Joseph Anton von Coels Burg Frankenberg und ließ den ruinösen Bau zwischen 1834 und 1838 nach Plänen von J. P. Cremer wiederherstellen. 1872 gelangte die Burg in das Eigentum der Frankenberger Baugesellschaft. Seit 1897 war die Burg Wohnsitz und Arbeitsstätte des Flugzeugbauers Hugo Junkers. 1961 wurde mit den Resten der stadthistorischen Sammlungen ein Heimatmuseum in der Burg eingerichtet. (J. Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung der Anlage bedarf noch einer eingehenden Untersuchung. Sehr wahrscheinlich wurde die Burg Mitte des 13. Jahrhunderts angelegt. Im Niederländischen Befreiungskrieg wurde Frankenberg von spanischen Truppen 1579 beschossen und teilweise zerstört. Eine Wiederherstellung erfolgte 1637-1645 unter der Familie von Merode-Houffalize, deren Mitglieder die Anlage bis 1728 zeitweise als Wohnsitz nutzten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stand die Burg leer und geriet in Verfall. Der Wiederaufbau der verwahrlosten Ruine erfolgte 1834-1838 in historisierenden Formen nach Plänen von J. P. Cremer. Die Vorburg wurde 1872 durch die Frankenberger Baugesellschaft niedergelegt. (J. Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die zweiteilige Anlage besteht aus einer trapezförmigen Vorburg und einer Hauptburg auf natürlicher Felskuppe mit annähernd dreieckigem Grundriss. Erhalten sind ein mittelalterlicher Rundturm, Außenmauern und Reste eines Wehrturms. Das Haupthaus mit neun Fenstgerachsen ist nach Osten ausgerichtet. Es steht auf einem Bruchsteinquadersockel und ist in den Obergeschossen aus Backstein gemauert mit Werksteineinfassungen an Fenstern, Türen und Gebäudeecken. An der Parkseite befindet sich ein achteckiger Turm, im Sockel und im Erdgeschoss aus Bruchstein, ab dem zweiten Geschoss aus Backstein gemauert. Er trägt heute eine Zinnenbekrönung aus der Zeit seiner Rekonstruktion. Im Westen befindet sich der aus behauenen Bruchsteinquadern gebaute Bergfried mit flachem Abschluss. (L. Fischer)