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Alsdorf

Geschichte:

Einen indirekten Hinweis auf die Existenz der Burg Alsdorf bietet die Nennung eines sich nach der Burg benennenden Ritters, der 1319 in Erscheinung tritt. Vermutlich handelte es sich bei der Burg ursprünglich um Allodialbesitz, der zu Beginn des 14. Jahrhunderts unter brabantische Lehnshoheit gelangte. 1354 empfing Harper von Lauvenburg von Herzog Johann III. von Brabant Alsdorf als Lehen und machte die Burg zum Offenhaus seines Lehnsherren. Agnes von Lauvenburg brachte die Anlage 1417 ihrem Gatten Arnold von Hoemen zu. 1478 fiel Alsdorf an Gottfried von Harff. Das Schloss bildete den Mittelpunkt einer bedeutenden Herrschaft. Unter der bedeutenden Familie von Harff wurde die Anlage zu Beginn des 16. Jahrhunderts um- und ausgebaut. Als Besitzer der Burg Alsdorf folgten den von Harff 1678 die von Blankart, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts abermals Umbauten vornehmen ließen. Seit 1935 ist die Burg Eigentum der Stadt Alsdorf. (J. Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die heute noch bestehende gepflegte, in kommunalem Besitz befindliche Anlage ist das Resultat zahlreicher Umbaumaßnahmen. Zu den ältesten Bauteilen gehört der mächtige Rundturm des Hauptgebäudes, dessen Anfänge ins 15. Jahrhundert datieren. Die zweiteilige Wasserburg, die sich seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert im Besitz der Familie von Harff befand und 1678 an die von Blankart gelangte, wurde im 16. Jahrhundert zu einem Renaissanceschloss um- und ausgebaut. Bestandteil eines zu Beginn des 16. Jahrhunderts aufgeführten Neubaues war die 1503 geweihte Kapelle. Vermutlich handelte es sich um eine Dreiflügelanlage mit zwei runden Ecktürmen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgte eine weitere bauliche Umgestaltung der Anlage. Alexander von Blanckart und Marie Florentine von Wachtendonk gelten als Initiatoren der tiefgreifenden 1723/24 erfolgten barocken Umgestaltung der Anlage. Das Herrenhaus, ein Zweiflügelbau, wurde 1847 erneut baulich verändert. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde der Westflügel abgerissen. Einen Hinweis auf die baulichen Aktivitäten des 17. Jahrhunderts bietet die Jahreszahl 1617, die sich an dem kleinen Erker des Ostflügels befindet. 1889 wurde die Vorburg bis auf die noch bestehenden zwei Flügel niedergelegt. Die Gräben ebnete man 1892 ein. Etwa zur gleichen Zeit dürfte die Umfassungsmauer niedergelegt worden sein. Um 1900 erfolgte der Anbau eines Erkers im Stil der Gotik. (J. Friedhoff)

Baubeschreibung:

In die ehemalige Vorburg gelangt man durch den hochaufragenden Torbau mit abgetreppten Giebeln und korbbogiger Durchfahrt. Daran schließen Reste der barocken Hofmauer an. Gegenüber befindet sich eine Remise aus dem 18. Jahrhundert mit angrenzendem Gefängniszwinger. Das Herrenhaus, ein zweiflügeliger Bau, ist geprägt durch einen Umbau von 1847, bei dem der Westflügel abgerissen wurde. Der schlichte barocke Südflügel hat Treppengiebel. Der Ostflügel, erbaut 1617, hat einen kleinen Erkerausbau. Die Jahreszahl 1723 in der Wappentafel über dem südlichen Hofeingang verweist auf den barocken Umbau. Der Ostflügel wird flankiert von einem dreigeschossigen, um 1500 gebauten Rundturm mit barocker Haube. (L. Fischer; J. Friedhoff)