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Ahausen

Geschichte:

Die geschichtlichen Anfänge der im Biggetal zwischen Attendorn und Heggen gelegenen Niederungsburg Haus Ahausen reichen bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. Es handelt sich um den Stammsitz der niederadeligen Familie von Schnellenberg zu Ahausen, die 1346 erstmals urkundlich in Erscheinung treten. Durch die Eheschließung der Elisabeth von Schnellenberg zu Ahausen gelangte das Anwesen vor 1558 an Hermann von Neuhoff. Johann Adrian Wilhelm von Neuhoff zu Ahausen verkaufte den Rittersitz 1642 samt Zubehör an Johann Moritz von Schade zu Grevenstein und dessen Ehefrau Anna Margarethe von Plettenberg-Lenhausen. 1863 ging Ahausen an die Familie Rump zu Dellwig und Cramp über. Später finden wir die Grafen von Landsberg-Velen als Inhaber des Rittersitzes. Seit 1930 befindet sich der Adelssitz im Eigentum der Grafen von Spee. (Gabriele Rustemeyer)

Bauentwicklung:

Das heutige Erscheinungsbild der Anlage wird im Wesentlichen durch die baulichen Veränderungen des 17. Jahrhunderts bestimmt. Inwieweit der Bau noch Teile der spätmittelalterlichen Vorgängeranlage aufweist, ist unklar. Das Hauptgebäude entstand sehr wahrscheinlich zwischen 1672 und 1676 und wurde 1723 baulich verändert. Die ältesten bislang nachweisbaren Teile der Anlage reichen in die Zeit um 1647 zurück. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Herrenhaus durch kleinere Anbauten erweitert. (Gabriele Rustemeyer)

Baubeschreibung:

Die auf eine Gründung des 14. Jahrhunderts zurückgehende ehemalige Wasserburg Haus Ahausen liegt im Biggetal unweit von Attendorn. Es handelt sich um eine zweiteilige, aus Vor- und Hauptburg bestehende Anlage. Bei dem über querrechteckigem Grundriss aufgeführten Herrenhaus handelt es sich um einen zweitgeschossigen Bruchsteinbau über Sockelgeschoss, der von einem Walmdach abgeschlossen wird. Die Hoffassade weist acht Fensterachsen auf und zeichnet sich durch ein aufwendiges barockes Pilasterportal aus Rüthener Grünsandstein mit Wappenpartusche im gesprengten Giebel auf. Die Jahreszahl 1723 verweist auf Umbauarbeiten.
Der Wirtschaftshof wird u. a. von einem trapezförmig auf das Herrenhaus ausgerichteten Längsflügel begrenzt. Neben der Tordurchfahrt im westlichen Flügel befindet sich ein Wappenstein mit der Jahreszahl 1673. Der Ostflügel bietet an baulichen Details feldseitig einen Aborterker und einen Kamin. Im Erdgeschoss befinden sich die gewölbten Stallungen. Im nördlichen Teil des Ökonomiegebäudes ist die 1732 entstandene barocke Hauskapelle St. Agatha untergebracht, die einen eindrucksvollen Altar enthält, der der Werkstatt der Attendorner Bildhauerfamilie Sasse zugeschrieben wird. (Gabriele Rustemeyer)