EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Rheder, Burgstelle

Geschichte:

Die durch urkundliche Überlieferung gesicherten Anfänge des Ortes Rheder reichen bis in das erste Viertel des 12. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1120 wird Rheder erstmals als "villa Riethene" erwähnt. Als Grundherren zu Rheder treten verschiedene Herren in Erscheinung. Zu diesen gehörten die Herren von Brakel, die über umfangreiche Besitzungen im Nethetal verfügten. Als sie 1384 ausstarben, fiel Rheder als erledigtes Lehen an das Hochstift Paderborn zurück, die den Ort als Lehen an die niederadelige Familie von Mengersen ausgab. Die von Mengersen errichteten sich wohl um 1400 in einem Waldstück oberhalb des Ortes und des späteren barocken Schlosses eine Burg. Das Grundstück, auf dem zu Beginn des 18. Jahrhunderts die prächtige Barockanlage entstand, erwarben die Herren von Mengersen 1551 im Tausch von der Abtei Gehrden. Ob sie bereits zu diesem Zeitpunkt über einen Adelssitz im Dorf Rheder verfügten lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Infolgedessen ist auch unklar, zu welchem Zeitpunkt die spätmittelalterliche Burg als Wohnsitz der Familie aufgegeben wurde.
Ihre Burg wurde offenbar im Dreißigjährigen Krieg 1646 zerstört. Das bis heute das Ortsbild bestimmtende großzüige barocke Schloss entstand 1716-1722. Als Architekt gilt Johann Conrad Schlaun, der sich vermutlich auf Entwürfe von Gottfried Laurenz Pictorius stützte. Das als Maison de Plaisance errichtete Herrenhaus entstand um 1750. Infolge des Erlöschens der von Mengersen 1873 fiel Rheder an die von Spiegel zu Peckelsheim, die das Schloss bis heute innehaben und dort eine seit Ende des 17. Jahrhunderts nachweisbare Brauerei betreiben. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Um 1400 wird die erste Burg errichtet, wahrscheinlich auf der Anhöhe östlich des Dorfes. Unklar ist, ob die Anlage bereits 1551 zugunsten eines neuen Adelssitzes im Tal aufgegeben wurde und ob die Nachricht über die Zerstörung 1646 sich auf die Burg oder den im Tal gelegenen Wohnsitz bezieht. Bei dem noch erhaltenen großzügigen Schlossbau handelt es sich um eine barocke Anlage des 18. Jahrhunderts. (Jens Friedhoff; Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Über das Aussehen der mittelalterlichen Burg und des Schlosses bis zum 18. Jh. können beim derzeitigen Forschungsstand keine Angaben gemacht werden. Das heutige Schlossgebäude ist eine Dreiflügelanlage mit kurzen, nur einachsigen Seitenflügeln, zentraler Freitreppe und Mittelrisalit. Gegenüber liegen die langgestreckten Wirtschaftsgebäude in Dreiflügelform mit Eckpavillons und zentraler Durchfahrt.
Die um 1400 errichtete Burg hat sehr wahrscheinlich nicht auf dem heutigen Schlossgelände gelegen. 400 m südöstlich gibt eine auf drei Seiten steil abfallende Erhebung namens "Borg", die als Standort ohne weiteres in Frage käme. Oberflächlich sind aber keine Spuren mehr sichtbar, auch liegen von dort bisher keine mittelalterlichen Funde vor. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine