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Bökerhof

Geschichte:

Nach derzeitigem Stand der Forschung ist die in der Literatur häufig anzutreffende Identifizierung Bökendorfs mit dem in einer gefälschten Urkunde Ottos I. von 965 als "Bodincthorpe" bezeichneten Ort nicht haltbar. Wann der Bökerhof als Burg entstand lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Die urkundliche Überlieferung des Hoch- und Spätmittelalters bezieht sich vornehmlich auf das Dorf, während bislang ein expliziter Hinweis auf die Burg fehlt. Man wird jedoch von einer Burggründung des Spätmittelalters (15. Jh.) ausgehend dürfen.
Der Bökerhof war wie das gesamte Dorf Bökendorf ein Corveyer Lehen, das ab 1351 die Herren von Brakel innehatten. Nach deren Aussterben ging es 1383 an die von Modekessen. 1400 wurde Johann von Spiegel zu Levenforde damit belehnt, und nach dessen Tod die Familie von Haddenberge. Bei deren Aussterben 1479 ging Haus Bökerhof an die Familie von Haxthausen, die damals das Erbhofmeisteramt der Bischöfe von Paderbon innehatte. Seitdem blieb das Gut in ihren Händen.
In der 1. Hälfte des 19. Jhs. war Haus Bökerhof Zentrum des "Bökendorfer Kreises", eines Zirkels von Romantikern, dem auch die Gebrüder Grimm und Annette von Droste-Hülshoff angehörten. Deren Mutter, Therese Luise von Haxthausen, ist auf Haus Bökerhof geboren. (Stefan Eismann, Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die Anfänge des als Niederungsburg anszuprechenden Adelssitzes Bökerhof liegen im Dunkeln. Vermutlich handelt es sich um eine spätmittelalterliche Gründung. Infolge der bislang nicht aufgearbeiteten urkundlichen und archivalischen Überlieferung zu dem Anwesen lassen sich keine Aussagen zur Baugestalt und baulichen Entwicklung der Anlage vor dem spätbarocken Neubau des Bökerhofes 1769-1771 machen. (Jens Friedhoff)

Caspar Moritz Freiherr von Haxthausen ließ das heutige Herrenhaus 1769-1771 auf den Fundamenten einer Wasserburg des 15. Jahrhunderts von dem Hildesheimer Hofbaumeister Anton Went für seinen Sohn Werner Adolph erbauen. Im Laufe der Zeit fanden diverse Umbauten statt, zuletzt in den 1920er Jahren. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Gräften sind vollständig verfüllt, die ehemaligen Grenzen der Anlage sind nicht mehr erkennbar.
Das spätbarocke Herrenhaus besteht aus einem zweistöckigen Rechteckgebäude aus verputztem Fachwerk mit Mansardwalmdach. An den Seiten weist es quadratische Eckpavillons mit Zeltdächern und niedrige Anbauten auf. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine