EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Beeck, Haus

Geschichte:

Die Wasserburg liegt in der Bruchniederung des Beeckbaches, der auch die Wassergräben speiste. Burg und Dorf Beeck sollen ihren Ursprung einem frühmittelalterlichen Königshof verdanken, was aber nicht belegt ist. Die erste nachzuweisende Burganlage ist die heute noch vorhandene Motte Beeck (Beeck, Motte), rund 50 Meter westlich der Kirche gelegen. Die Burg war Stammsitz der Herren von Beeck, wobei der Ortsname 1234 erstmals überliefert ist. 1279 erscheint das Geschlecht mit einem Ritter Rutger in den schriftlichen Quellen. Das brabantische Lehnsregister der Herrschaft Wassenberg führt 1312/50 einen Friedrich von Beeck als Inhaber von Kurmeden zu Bruchmühlen. Um diese Zeit oder wenig später dürfte diese spätmittelalterliche Wasserburg Beeck errichtet worden sein.
Im Jahr 1451 erhält Wilhelm von Beeck "dat huys zo Beeck" als Lehen, verzichtet aber schon fünf Jahre später für sich und seine Erben auf alle Rechte an dem Besitz. 1472 (oder 1473?) wird Daniel von Krickenbeck genannt von der Elsen, mit Haus und Hof zu Beeck belehnt. Durch Heirat gelangte der Adelssitz 1580 wieder zurück in die Hände der Familie von Beeck und ging 1749 an die Herren von Goltstein, als sich Alexandrine Bernhardine von Beeck mit Johann Meinhard Philipp von Goltstein vermählte. Mit dem Tod der Marianne von Goltstein starb die Linie der von Goltstein zu Beeck im Jahre 1902 aus, das Anwesen erbte ein Verwandter, der Freiherr Hans von Wittenhorst-Sonsfeld. (Markus Westphal)

Bauentwicklung:

Es handelte sich um eine zweiteilige Anlage mit Haupt- und Vorburg. Die Hauptburg soll auf dem Gelände der Motte (siehe Beeck, Motte) und die Vorburg im Bereich des heutigen Hauses Beeck errichtet worden sein. Dafür gibt es allerdings keine sicheren historischen oder archäologischen Belege. Nach der Abbildung im Codex Welser von 1723 sind auch andere Möglichkeiten denkbar. Da die Gebäude der Hauptburg 1762 einstürzten und deren Trümmer 1770 bis auf wenige Mauerreste beseitigt wurden, könnten wohl nur noch archivalische Recherchen sowie archäologische Ausgrabungen Aufschluss über die genaue Lage und Struktur der Wasserburg geben. (Markus Westphal)

Baubeschreibung:

Das heutige Haus Beeck besteht aus älteren und neueren Gebäudeteilen und ist nach Osten zur Motte hin unbebaut. Im Westen befindet sich als ältester erhaltener Bauteil ein zweigeschossiger Torturm aus dem 17. Jahrhundert. Er besitzt ein rundbogiges Tor in Pilastereinfassung aus Hausteinen. Das Obergeschoss ist zur Feldseite hin geschlossen, auf der Hofseite ist ein schmales Fenster vorhanden. Gekrönt wird der Turm von einem Walmdach mit kurzem First und zwei Wetterfahnen auf Pilasterschäften. Die zu beiden Seiten an den Torbau anschließenden Wohnflügel und die weiteren Gebäude sind erst im 18. Jahrhundert und später errichtet worden. (Markus Westphal)