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Flamersheim

Geschichte:

Die Geschichte von Flamersheim reicht vermutlich bis ins Jahr 870 zurück, als dort ein königliches Haus erwähnt wird, das jedoch noch im gleichen Jahrhundert den Normannenstürmen zum Opfer fällt. Im 10./11. Jahrhundert richteten die Pfalzgrafen in Flamersheim einen Verwaltungssitz ein, wobei es sich sicherlich um eine repräsentative Anlage handelte. Der Kölner Erzbischof Hermann II. schenkte im 11. Jahrhundert den Flamersheimer Besitz an das Stift St. Maria ad Gradus. Eine erste Erwähnung von Burg Flamersheim stammte aus dem Jahr 1358, als ihr Besitzer Emelrich von Ringsheim diese dem Herzog von Jülich als Lehen und Offenhaus auftrug. Auf die Herren von Ringsheim folgte 1429 die Familie Krümmel von Eynatten als Inhaber der Burg, von der sie um 1500 durch Heirat an Gerhard von Palandt überging. 1564 sind die von Quadt als Herren von Flamersheim überliefert, die das Anwesen bis 1776 in ihrem Besitz behielten und die Burg zum Barockschloss umbauten. Bereits 1774 heiratete die Erbin von Schloss Flamersheim Friedrich Wilhelm von Dalwigk zu Lichtenfels. Seine Tochter wiederum nahm den Besitz 1796 mit in die Ehe mit Ernst Freiherr von Vincke. 1844 erwarb der Immobilienhändler Franz Georg Weckbecker das gesamte Anwesen und veräußerte es 1861 an die Wuppertaler Fabrikantenwitwe Bemberg, deren Nachkommen noch heute im Besitz der Anlage sind. (Hans-Jürgen Greggersen)

Bauentwicklung:

Über die bauliche Entwicklung der mittelalterlichen Anlage liegen keine genauen Erkenntnisse vor. Erhaltene Mauerreste mit dem Gewände eines spätgotischen Querstockfensters im Osten des Herrenhauses lassen vermuten, dass wohl im 15. Jahrhundert ein Um- bzw. Ausbau der Burg stattfand. Spätestens Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Herrenhaus zu einem symmetrischen Baukörper erweitert. Die Maueranker des westlichen Traktes der Wirtschaftsbauten weisen mit der Jahreszahl 1704 auf den Umbau der Vorburg hin. In dieser Zeit wurden auch die Wassergräben der Haupt- und Vorburg bis auf wenige Bereiche verfüllt. Durch den Umbau von 1774 bis 1796 erhielt die Anlage im Wesentlichen ihre heutige Gestalt. Eine weitere Umgestaltung um 1860 brachte vor allem Veränderungen der oberen Turmgeschosse mit sich. (Hans-Jürgen Greggersen)

Baubeschreibung:

Über das Aussehen des mittelalterlichen Adelssitzes geben weder Abbildungen noch Beschreibungen nähere Auskunft. Das aus dem mittelalterlichen Burghaus hervorgegangene barocke Herrenhaus erhebt sich mit zwei Geschossen über einem rechteckigen Grundriss. Dem zentralen Baukörper sind auf der Hofseite zwei quadratische Ecktürme angefügt, deren im 19. Jahrhundert aufgestockte, offene Obergeschosse den Mittelbau weit überragen. Die Mittelachse des Herrenhauses wird durch ihre Pilastergliederung und eine aufwändig gestaltete Portallaube besonders betont. In einem breiten Risalit auf der Rückseite war der ehemalige Gartensaal untergebracht. Das Herrenhaus wird von einem Mansarddach gedeckt. Zwei freistehende, doppelgeschossige Gebäudetrakte, in denen einst die Remisen und Dienstwohnungen untergebracht waren, flankieren das Haupthaus und grenzen einen etwa quadratischen Hof ein, der auf der offenen Seite von einem Teich begrenzt wird. (Hans-Jürgen Greggersen)