EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Hardtburg

Geschichte:

Für den Zeitraum zwischen 1105 und 1182 ist eine edelfreie Adelsfamilie überliefert, die sich nach der Burg benannten. Die Burg selbst wird erstmals 1166 direkt erwähnt. Um die Wende zum 13. Jahrhundert hat sich die Hardtburg wahrscheinlich im Besitz der Grafen von Are-Hochstaden befunden, von denen aus sie 1246 mit der so genannten Hochstadenschen Schenkung an die Kölner Erzbischöfe überging, in deren Verfügungsgewalt sie bis 1794 blieb. 1341 übertrug der Kölner Erzbischof die Burg mit dem dazugehörigen Amt Hardt den Rittern Arnold, Vogt von Bornheim, und Dietrich Pythane von Nörvenich zum Lehen unter der Bedingung, diese neu zu befestigen. Bereits seit 1330 entwickelte sich die Burg zum Verwaltungszentrum für die erzbischöflichen Besitzungen im Raum Euskirchen. Als die Grafen von Jülich jedoch 1355 die Stadt Euskirchen in ihren Besitz brachten, verlor die Hardtburg zusehends an Bedeutung, obwohl Karl Leopold Graf von Belderbusch in den Jahren von 1777 bis 1794 noch im 18. Jahrhundert als Amtmann überliefert ist. Jedoch residierten die Amtleute seit dem ausgehenden Mittelalter nicht mehr auf der abgelegenen Burganlage. In preußischer Zeit wurde die Vorburg noch als staatliches Forstamt genutzt. (Hans-Jürgen Greggersen)

Bauentwicklung:

Die heute noch erhaltenen Reste des Wohnturms gehen etwa auf die Zeit um 1200 zurück. Das Erdreich für diese Einmottung entstammt dem umgebenden Burggraben. Eine Vorburg lässt sich für diese Bauperiode nicht nachweisen. Nachdem die Burg bei einer Auseinandersetzung zwischen den Grafen von Are und dem Erzbischof Bruno von Sayn 1205 erhebliche Beschädigungen davongetragen hatte, wurde diese durch eine innere Ringmauer verstärkt und erhielt wohl auch eine erste Vorburg. Mit dem umfassenden Um- und Ausbau der Anlage zur Wasserburg mit Zwinger und umlaufender Ringmauer in den Jahren nach 1341, hat die Hardtburg ihr im Wesentlichen bis heute erhaltenes Aussehen erlangt. Im 15. Jahrhundert entstand das Zufahrtstor zur Burganlage als letzte nachweisbare Baumaßnahme bis ins 18. Jahrhundert hinein. Besonders im 19. Jahrhundert errichtete man auf dem Gelände der Vorburg neue Wirtschaftsgebäude zur Unterbringung des staatlichen preußischen Forstamtes. Die Wehranlage selbst verfiel seit dem Mittelalter zusehends und war bereits im 17. Jahrhundert in weiten Teilen zur Ruine verfallen. (Hans-Jürgen Greggersen)

Baubeschreibung:

Obwohl die Anlage auf einer Höhe von etwa 250 m liegt, ist sie dennoch zu den klassischen Wasserburgen zu rechnen. Ein breiter Weiher umgibt die Insel der durch einen tiefen Halsgraben in Vor- und Hauptburg getrennten Bereiche. Zusätzlich verstärkt eine unregelmäßig verlaufende Ringmauer die Gesamtanlage, an deren Westseite rechteckige Mauerschalentürme und auf der Ostseite Wehrerker weiteren Schutz boten. Der Zugang erfolgt von Nordwesten über ein spitzbogiges Tor mit Fallgatterschlitz, zu dem heute ein Erddamm führt. Anstelle des Damms gelangte man einst über eine hölzerne Zugbrückenkonstruktion über den Wassergraben. Die wenigen heute auf dem Gebiet der Vorburg stehenden Gebäude stammen alle aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Auf einer Anhöhe im Südosten der Burganlage erhebt sich ein mächtiger Bergfried in drei Geschossen über einem quadratischen Grundriss. Seine bruchsteinernen Mauern sind an den Ecken von sauber gearbeiteten Werksteinen eingefasst. Nur wenige Schlitzfenster durchbrechen das Mauerwerk. Ob und wie die erhaltene Plattform gedeckt war, ist unbekannt. In einem engen Kreis umzieht eine zweite, steil abfallende Ringmauer den zentralen Turm. Von dem einstigen Wehrgang auf der Mauerkrone haben sich vielfältige Spuren erhalten. Zwischen der inneren Burgmauer und dem Abschnittsgraben zur Vorburg erstreckt sich ein Zwinger, der ehemals ebenfalls nur über eine hölzerne Brücke zu erreichen war. Der heutige, seitliche Zugang ist ebenfalls modernen Ursprungs.

Arch-Untersuchung/Funde:

Umfangreiche Ausgrabungen in den 1960er Jahren. Die Keramik spricht für einen Beginn im Laufe des 12. Jahrhunderts