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Schweckhausen

Geschichte:

Die Anfänge der am Ortsrand von Schweckhausen gelegenen Wasserburg reichen bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück. Wie in Borlinghausen und Peckelsheim ist die Geschichte des Hauses eng mit der der Familie von Spiegel zum Desenberg verbunden, die 1378 eine Erbteilung vornahm, in deren Folge sich mehrere Linien ausbildeten (vgl. u. a. Borlinghausen und Peckelsheim). Das Dorf Schweckhausen war ursprünglich ein Lehen der Grafen von Waldeck und gehörte zu den ältesten Besitzungen der Familie von Spiegel. Im Teilungsvertrag von 1378 wird Schweckhausen von der Desenberger Linie den Peckelsheimer Vettern überlassen. Der Kernbau des heutigen Schlosses entstand Ende des 16. Jahrhunderts unter Johann von Spiegel zu Peckelsheim, Erbmarschall des Hochstifts Paderborn. Er nahm 1577 eine Teilung seines Besitzes unter seine Söhne Werner, David, Helmern und Raban vor. Werner erhielt Borlinghausen, David Peckelsheim, wärhend Helmern und Raban sich Schweckhausen teilten. Schloss Schweckhausen verblieb 400 Jahre lang im Besitz der von Spiegel und gelangte zu Beginn des 19. Jahrhunderts an die Grafen Bochholtz aus Niesen. Es folgten als Eigentümer die von Bülow aus Braunschweig. Heute gehört Schloss Schweckhausen den Herzögen von Croy, die sich um den Erhalt des Schlosses und des englischen Landschaftsparks bemühen. (Gabriele Rustemeyer)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung des Wasserschloses Schweckhausen bedarf noch einer eingehenden Untersuchung sowie umfangreicher Archivrecherchen. Das Hauptgebäude des 16. Jahrhunderts weist u. a. ältere Stilelemente (spätgotisches Stabgitterwerk und Fenstergewände) auf, so dass von der Einbeziehung eines älteren Vorgängerbaus in das Renaissanceschloss auszugehen ist. An dem achteckigen Treppenturm verweist die Jahreszahl 1581 auf den renaissancezeitlichen Bau. Weitere bauliche Erweiterungen erfolgten um 1613 unter Georg von Spiegel (Südflügel mit Kapelle mit elegantem Volutengiebel an der Stirnseite). Im 17. und 18. Jahrhundert folgen weitere Umbauten des Mitteltrakts. Das obere Geschoss des Hauptflügels weist Rokokostuckdecken aus der Mitte des 18. Jahrhunderts auf. Der niedrige Seitenflügel an der Nordseite datiert in die Zeit nach 1780. Im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts erfolgte eine weitere Umgestaltung, auf die u. a. der hohe oktogonale Eckturm des Hauptflügels mit seinem Zinnenkranz zurückgeht. An die Stelle eines französischen Barockgartens trat um 1830 ein englischer Landschaftsgarten. (Gabriele Rustemeyer)

Baubeschreibung:

Bei dem am Ortsrand von Schweckhausen in einem englischen Landschaftspark gelegenen Schloss handelt es sich um eine zweiteilige, aus Vor- und Hauptburg bestehende Wasserburg, die sehr wahrscheinlich noch geringe Baureste eines spätmittelalterlichen Vorgängerbaus aufweist. Teile der weitläufigen Vorburg mit großen Wirtschaftsgebäuden sind verfallen. Inmitten eines Wassergrabens liegt die dreiflügelige Hauptburg. Über hohen Kellern erhebt sich der zweigeschossige Bruchsteinbau des Hauptflügels mit Satteldach und achteckigem Treppenturm im Hofwinkel. Eine Inschrift über dem Portal des Treppenturmes weist die Jahreszahl 1581 auf. Im giebelseitigem Fachwerk und im umlaufenden Traufgesims verdienen geschnitzte Schwellhölzer mit gedrehten Perlschnüren besondere Aufmerksamkeit. Die rückwärtige Front wird durch regelmäßig gesetzte, dreiteilige Pfostenfenster belebt. Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt der Risalit der Hofseite, der ein Mansarddach aufweist. Zu den jüngsten Baugliedern des Schlosses gehört der oktogonale Turm an der Nordecke des Herrenhauses, der einen Zinnenkranz aufweist. 1613 entstand der kurze Südflügel, der u. a. die Kapelle beherbergt und sich durch einen aufwendig dekorierten Volutengiebel auszeichnet. Als Pendant entstand an der Nordseite des Herrenhauses ein weiterer Flügel mit Krüppelwalmdach, der die Stellmacherei und die Schmiede beherbergt und in die Zeit nach 1780 zu datieren ist. (Gabriele Rustemeyer).