EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Dreckburg

Geschichte:

Bei der Dreckburg, unweit der ehemals Paderborner Territorialstadt Salzkotten gelegen, handelt es sich um eine spätmittelalterliche Burggründung des Hochstifts. Als Inititator des Baus ist der Paderborner Domprobst Otto von Bentheim anzusprechen, der um 1350 vor den Toren der Stadt Salzkotten die Wasserburg errichten ließ. Die Dreckburg, deren Namen sich vom althochdeutschen Begriff "Dreck" (=Moor) herleitet, stärkte die Position des Hochstifts Paderborn gegenüber dem Erzstift Köln. Zwischen beiden geistlichen Territorialmächten kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen um die Salzkottener Solequellen. In der Folgezeit wurden die der Paderborner Ministerialität zuzurechnenden Herren von Drewer mit der Dreckburg belehnt. 1386 wird die Burg anlässlich der Belehnung des Domprobstes Vormar von Brenken in den Schriftquellen genannt. 1444 gelangte die Wasserburg als Lehen an die von Oeynhausen, denen 1462 die von Hörde folgten. Mit dem Tod der Anna von Hörde 1578 wurde der Adelssitz vom Hochstift Paderborn als heimgefallenes Lehen eingezogen und erst 1590 erneut an Wilhelm von Schilder ausgegeben. 1676 erwirb Johann Wilhelm von Schilder den Besitz für 6.600 Taler. Im Rahmen einer Versteigerung der Dreckburg sowie der dazugehörenden Besitzungen gelangte das Objekt 1762 an das Hochstift Paderborn. In der Folgezeit wurde die Dreckburg verpachtet. 1896 kaufte die Familie von Westphalen den Rittersitz. 200 wurde die längere Zeit leerstehende Anlage an die Stadt Salzkotten veräußert, die 2003 eine umfangreiche Sanierung einleitete. Der spätmittelalterliche Wohnturm dient privaten Wohnzwecken und für die Vorburg liegen verschiedene Nutzungskonzepte (Restauration und Räume für kulturelle Veranstaltungen) vor. (Gabriele Rustemeyer)

Bauentwicklung:

Die Dreckburg gehört zu den gut erhaltenen spätmittelalterlichen Burgen auf dem Gebiet des ehemaligen Hochstifts Paderborn. Zum ältesten Baubestand der Wasserburg zählt der stattliche querrechteckige Wohnturm der Hauptburg. Es handelt sich um den Gründungsbau der Mitte des 14. Jahrhunderts entstandenen Burg. Bereits 1386 erfolgte der Bau einer neuen Ringmauer bzw. die Umgestaltung der Vorburg. Weitere bauliche Veränderungen fanden 1516 unter Anton von Hörde und 1578 unter Wilhelm von Schilder statt. Besondere Beachtung verdient die um 1550 erfolgte Innenausstattung des im Wohnturm befindlichen Saales, der mit Malereien ausgestattet wurde. Dort befinden sich u. a. das Wandgemälde eines Jungbrunnens sowie Rankenmalereien in den Fenstergewänden. Im Zuge der zuletzt genannten Maßnahme entstand der erste Teil des sich an den Wohnturm anlehenden Westflügels, der 1729 erweitert wurde. 1676 legte man Teile der Ringmauer nieder, um das Abbruchmaterial für den Neubau eines Seitenflügels zu verwenden. Eine weitere spätbarocke Umbauphase datiert in die Jahre 1762-1767. Im Auftrag des Paderborner Fürstbischofs Wilhelm Anton von Asseburg-Bochholtz wurde der Bau durch den Architekten Franz Christoph Nagel umgestaltet. Die Baumaßnahmen erstreckten sich auf den Ostflügel mit der Kapelle. Das oberste Geschoss des Wohnturms wurde in den 1860er Jahren entfernt und stattdessen ein Satteldach aufgesetzt. Der Westflügel wurde erneuert. Eine umfassende Sanierung wurde 2003 eingeleitet. (Gabriele Rustemeyer)

Baubeschreibung:

Östlich der Stadt Salzkotten liegt auf einem freien Feld die als Landesburg des Hochstifts Paderborn angelegte Dreckburg, deren Baubstand 2003 umfassend saniert wurde. Zu den ältesten Bauteilen der Anlage gehört der über querrechteckigem Grundriss angelegte Wohnturm von 11 x 17 m Seitenlänge. Typologisch gehört er zu einer Gruppe von spätmittelalterlichen Wohntürmen, zu denen u. a. Beverungen, die Tonenburg, Lichtenau und die Oldenburg zählen. Der Wohnturm der Dreckburg datiert in die Mitte des 14. Jahrhunderts, wurde jedoch in der Folgezeit mehrfach baulich umgestaltet. In den 1860er Jahren wurde das oberste Geschoss des ehemals fünfstöckigen Wohnturms abgetragen und ein schlichtes Satteldach aufgebracht. Besondere Beachtung verdient der Saal in dem Wohnturm, der das seltene Wandgemälde eines Jungbrunnens sowie gemalte Ranken in den Fenstergewähnden aufweist. Die Wandmalereien datieren in die Mitte des 16. Jahrhunderts. An den spätmittelalterlichen Wohnturm lehnen sich zwei Flügelbauten an. Der Westflügel mit Mansarddach wurde 1767 durch den Architekten Franz Christoph Nagel spätbarock umgestaltet. Es handelt sich um schlichte Putzbauten mit Werksteingliederung. And en Portalen befinden sich Wappen des Paderborner Fürstbischofs von der Asseburg. Die gesamte Anlage ist von einer 2003 wieder hergestellten Gräfte umgeben. (Gabriele Rustemeyer)

Arch-Untersuchung/Funde:

1982 Baubeobachtung am westlichen Anbau mit Resten einer N-S verlaufenden, älteren Gräftenbefestigung.