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Wewer

Geschichte:

Das an der Alme gelegene Dorf Wewer gehört zu den frühen Besitzungen des Hochrstifts Paderborn. Eine "Villa" zu Wewer wurde bereits im frühen 11. Jh. als Besitz der Paderborner Kirche erwähnt. Nach dem Ort benennt sich im Hochmittelalter ein Ministerialengeschlecht, als dessen Sitz wohl die etwa 3 km südwestlich von Wewer entfernt gelegene Motte Imbsenburg zu gelten hat. Es handelt sich um eine Anlage des 13. Jh. die vermutlich vor 1401 zerstört wurde. Eine Familie von Imbst, die zu den Lehnsinhabern des Hochstifts Paderborn zählte, ist in Wewer erstmals 1449 mit Arnold von Imbsen nachweisbar. Ob diese Familie im 15. Jh. über eine Vorgängeranlage der im Volksmund als "Alte Burg" bezeichneten Wasserburg Wewer besessen hat, lässt sich auf der Grundlage des bisherigen Forschungsstandes nicht mit letzter Sicherheit sagen. Der noch erhaltene Adelssitz am Ufer der Alme wurde 1515/1516 für Reineke von Brenken angelegt. Die von Brenken hatten durch Heirat Besitz der von Imbsen zu Wewer erworben und konnten ihre Rechte im Ort 1519 ausweiten. Die zu Beginn des 16. Jh. entstandene Wasserburg bildete den Sitz einer eigenen Linie von Brenken zu Wewer, die 1817 erlosch und deren Güter an den Freiherrn Franz Joseph von Brenken zu Erpernburg gelangten. Dessen Sohn Friedrich konnte 1838 auch den Anteil der kurz zuvor ausgestorbenen Herren von Imbsen zu Wewer durch Kauf an sich bringen. Die 1833 im Mannesstamm erloschene Familie von Imbsen ließ Ende des 17. Jahrhunderts unweit der Wasserburg ein großzügiges barockes Schloss erbauen, so dass in der älteren Literatur zwischen den Rittergütern Wewer I (=Wasserburg der Herren von Brenken) und Wewer II (barockes Schloss der Herren von Imbsen) unterschieden wird. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beherbergte die Wasserburg die Rentei des Rittersitzes der Familie von Brenken. Heute wird die sehr gepflegte Wasserburg als Wohnsitz privater Wohnsitz genutzt und ist daher nur von Außen zu besichtigen. (Gabriele Rustemeyer)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung der Wasserburg Wewer bedarf noch einer eingehenden bauhistorischen und archivalischen Untersuchung. Der Kern des zweiflügeligen Gebäudes entstand um 1515/1516 wohl als Neubau für die Herren von Brenken. 1690 wurde das Anwesen durch einen Seitenflügel erweitert, so dass sich die Anlage dem Betrachter heute als winkelförmige Anlage präsentiert. In unmittelbarer Nachbarschaft zu der Wasserburg Wewer befindet sich das 1684 bis 1686 für die Familie von Imbsen errichtete Barockschloss. (Gabriele Rustemeyer)

Baubeschreibung:

Unmittelbar an der Alme befindet sich am Rand des Ortes Wewer die gleichnamige Wasserburg. Es handelt sich um eine relativ späte Gründung des beginnenden 16. Jahrhunderts. Die teilweise erhaltenen Wassergräben umgeben die unregelmäßige Hauptinsel der Burg mit dem zweiflügeligen Herrenhaus. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Backsteinbau mit weiß geschlämmten Fassaden und einem steilen Dach. An architektonischem Schmuck weißt das Gebäude lediglich Fenstereinfassungen und Eckquaderungen aus Sandstein auf. Die Fassade wird u. a. durch einen Aborterker belebt. Südwestlich des Herrenhauses liegt die ehemalige Zehntscheune, die ebenfalls aus Bruchstein aufgeführt worden ist. Zwei Wappensteine verweisen auf das Jahr 1670. (Gabriele Rustemeyer)