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Botzlar

Geschichte:

Ursprünglich war die Burg Botzlar im Besitz der Herren von Meinhövel, die sich ab 1250 auch von Botzlar nannten. Ihre erste ausdrückliche Erwähnung in den Schriftquellen datiert in das Jahr 1282 und erfolgte anlässlich der Übertragung der Burg an den Bischof von Münster. Diese bauten in der Folge Botzlar zur Landesburg aus, deren Aufgabe vor allem in der Grenzsicherung gegen die Grafen von der Mark bestand. In einer Fehde zwischen Wulf zu Wulfsberg in Lüdinghausen und dem Grafen von der Mark wurde 1305 die Burg zerstört. 1369 ist die wiederhergestellte Anlage von den Grafen von der Mark abermals erobert und zerstört worden. Nach der Verpfändung der der Burg 1315 an die Familie von Münster-Meinhövel verblieb die Burg in deren Händen bis 1597, als sie im Erbgang an die Familie von Aschenberg überging. Dieser folgten um 1750 die Grafen von Landsberg-Velen-Gemmen. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

1328 wird auf Kosten des Bistums Münster die Burg um 16 Fuß erhöht. Das heutige Burghaus wurde zu Beginn des 19. Jhs. erbaut. Die innere Gräfte wurde erst um 1960 zugeschüttet. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Das heutige Burggebäude ist ein zweigeschossiger, sechsachsiger Bruchsteinbau mit Quadereckverstärkungen. Angeblich sind in ihm die Reste eines mittelalterlichen Bergfrieds verbaut. Im Urkataster ist dieser im Südwesteck des Gebäudes noch deutlich zu erkennen. An die Hautburginsel grenzt auf der selben Karte im Westen eine Vorburginsel an, die mit zwei Reihen von Gebäuden bestanden ist. Die äußerste Umwehrung bildete eine Wallheckenanlage, der Hagen, die das Gebiet weitläufig umschloss.
Von dem älteren Baubestand der Burg ist nichts Genaues bekannt. In einem Erbteilungsvertrag von 1587 werden ein Steinhaus, ein Haus neben dem Steinhaus mit Saal, Stube und Kellern sowie ein Bauhaus, ein Sommerhaus, Brücken, Gräften und Pforten erwähnt.
Mindestens zwei steinerne Burgmannenhäuser müssen auf dem Burggelände gestanden haben, das 1469 erwähnte Steinhaus des Lubbert von Morrien und das "lapideum", welches 1300 vom Münsteraner Bischof dem Burgmannengeschlecht von Krampe als Wohnsitz überlassen wurde. Als mutmasslicher Kern der Anlage dürfte es auf der Hauptburginsel gelegen haben.
Die Ausgrabung von 2011 ergab, dass es noch mindestens einen, erst im 20. Jh. verfüllten Gräftenarm gegeben haben muss, der in den bekannten Karten nicht verzeichnet ist. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen im Vorburgbereich 1987, 1991 und 2011.