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Kommern

Geschichte:

Im Jahre 1229 erwarb Heinrich von Arenberg, dessen Familie im 12. und 13. Jahrhundert das Amt des Kölner Burggrafen innehatte, seinen Besitz in Kommern, mit dem einträgliche Bergrechte verbunden waren. Um diese Zeit ist die Errichtung der Burg Kommern zu vermuten, die jedoch nie als Adelssitz genutzt wurde, sondern vor allem der Verwaltung diente. Der wohl bescheide mittelalterliche Wohnturm wurde erst durch die Familie Abels, die seit 1740 Amtsgeschäfte in Kommern führte, zu einem barocken Herrschaftsbau erweitert. Mit dem Einmarsch der Franzosen gingen die arenbergischen Ländereien in staatlichen Besitz über, wodurch die die Familie Abels von Verwaltern zu Pächtern wurde und die Burg 1807 erwerben konnte. Noch heute verfügen die Erben der Familie Abels über den Kommener Besitz. (Hans-Jürgen Greggersen)

Bauentwicklung:

Zwar liefern die schriftlichen Quellen keinen direkten Hinweis auf die Entstehungszeit der Burg, jedoch lassen auch die erhaltenen Reste des mittelalterlichen Wohnturms einen Bau des 13. Jahrhunderts vermuten, der im 15. Jahrhundert baulich verändert wurde. Spätestens im 16. Jahrhundert erweiterte man den ursprünglichen Wohnturm durch einen südlich anschließenden Gebäudetrakt. Eine im Osten an den Turm grenzende Mauer entstammt wohl ebenfalls dieser Bauperiode. Mit der Errichtung der repräsentativen Barockgebäude, in die man die älteren Bauteile integrierte, entstand 1753 die heute noch weitgehend bestehende Anlage. Sowohl 1887 als auch 1907 erfolgten einige Modernisierungen, die sowohl das innere und das äußere Erscheinungsbild der Gebäude betrafen und den gewandelten Zeitgeschmack zum Ausdruck brachten. Nach 1945 waren nur wenige Reparaturarbeiten nötig. (Hans-Jürgen Greggersen)

Baubeschreibung:

Die mittelalterliche Gestalt der Burg Wachendorf lässt sich aus den im barocken Umbau erhaltenen älteren Gebäudebereichen zum Teil erschließen. Den Kern bildete ein viergeschossiger Bruchsteinturm, der heute, von einem Mansarddach gedeckt, den nördlichen Abschluss des Gebäudekomplexes bildet. An seiner Südostecke schließt schräg eine Mauer an, die vermutlich einen ehemaligen Hof umfasste, der im 19. Jahrhundert überbaut wurde. Südlich des mittelalterlichen Turms erstreckt sich ein langer, zweigeschossiger Gebäudeflügel aus dem 16. Jahrhundert. Sein mit einem steilen Walmdach versehener Kopfbau, der von zwei niedrigeren Flügelbauten gerahmt wird, bildet die Achse der barocken Hoffassade. Im Westen und Süden umfassen eingeschossige Wirtschaftsbauten den rechteckigen Hof. (Hans-Jürgen Greggersen)