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Münstereifel

Geschichte:

Nachdem durch Walram von Bergheim Münstereifel 1262 in den Machtbereich der Grafen von Jülich gelangt war, wurde noch im 13. Jahrhundert mit dem Bau der landesherrlichen Burg sowie der Stadtbefestigung begonnen. Sein Nachfolger Gottfried von Bergheim vollendete die Anlage, die 1317 erstmals urkundlich bezeugt ist. Gottfried, der jüngere Bruder des Grafen Wilhelm von Jülich, war der letzte persönlich regierende Herrscher in Münstereifel und liegt in der Stiftskirche bestattet. Darauf setzten die Grafen bzw. Herzöge nur noch Amtmänner in Euskirchen ein. Nachdem unter französischer Herrschaft 1794 die fürstlichen Besitztümer verstaatlicht worden sind, konnte 1809 der letzte herzogliche Vogt von Münstereifel, Johann Peter de Requilé die ruinöse Burg erwerben, die er danach als Steinbruch ausbeutete. 1911 gelangten die erhaltenen Reste der Burgruine in städtischen Besitz. (Hans-Jürgen Greggersen)

Bauentwicklung:

Die Gründung der der Gruppe der Kastellburgen zuzuweisenden Anlage erfolgte im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts. Nach relativ kurzer Bauzeit war die Jülichsche Landesburg 1317 fertiggestellt. In den Jahren 1559-1560 fand unter dem herzoglichen Baumeister Pasqualini eine Modernisierung der Anlage statt. Nach erheblichen Beschädigungen der Burggebäude durch französische Truppen 1689, verlor die Burg ihre Funktion als Amtssitz und wurde fortan nicht mehr genutzt. Weitere Zerstörungen musste die verbliebene Ruine in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erleiden, als sie als Steinbruch missbraucht wurde. Mit der Erbauung eines Tanzsaals auf dem Burggelände erhielt die Anlage 1879 die Funktion eines romantischen Ausflugsortes. Zu diesem Zweck entstand auch 1913 in der östlichen Hälfte des Areals eine "Burgschänke". Noch 1955-1959 ergänzte man die touristischen Einbauten um eine weitere Gaststätte, mit deren Terrasse der mittelalterliche Zwinger überbaut wurde. (Hans-Jürgen Greggersen)

Baubeschreibung:

Im Osten am Stadtrand gelegen, erheben sich auf einer Terrasse des Radberges über der Erft die Reste der ehemaligen Höhenburg Münstereifel. Von der sich über einem unregelmäßigen Rechteck erstreckenden Anlage haben sich weite Teile der Umfassungsmauer mit den Resten vierer unbedachter Wehrtürme erhalten. Die Ruine besteht aus einem heute geschlämmten Bruchsteinmauerwerk mit Eckverstärkungen aus Sandsteinquadern. Während die runden Türme im Norden der Anlage nahezu freistehend nur über die Ecken mit der Burgmauer Verbindung haben, ist ein weiterer als halbrunder Schalenturm in die östliche Schildmauer integriert. Der die Schildmauer abschließende hufeisenförmige Turm gehörte einst zu einer doppeltürmigen Toranlage, über die die Burg von Süden aus zu erreichen war. Vom gegenüberliegenden zweiten Torturm haben sich nur Fragmente erhalten. Im Osten, zur Bergseite gelegen, sind vor der mächtigen Schildmauer noch die Reste eines Zwingers erhalten, der sich einst um die ganze Burg zog. Die heute auf den Burgmauern zu sehenden Zinnen sind durchweg moderne Zutaten. Die Burg gehörte zur Stadtbefestigung und schloss im Süden an die Stadtmauer an. Die heute dort befindliche Mauer mit ihrem über Bögen laufenden Wehrgang beruht allerdings auf einer Rekonstruktion. (Hans-Jürgen Greggersen)