EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Blankenrode

Geschichte:

Die Gründung der Stadt Blankenrode durch den Paderboner Bischof und das Kloster Corvey diente der militärischen Absicherung des Territoriums des Bistums nach Süden gegen die Grafen von Waldeck. Das Gründungsjahr ist umstritten, wahrscheinlich lag es im Jahr 1248. Nach einem vor 1295 im Zuge neuer Befestigungsmaßnahmen an der Stadt entstandenen Fehde mit den Waldecker Grafen kam es 1298 zu einem Vertrag, in dem die Grafen auf ihre Rechte an castrum und oppidum verzichteten. 1315 räumte der Paderborner Bischof dem Kloster Corvey einen Burgsitz in Blankenrode ein. 1317 stellten Bischof und Domkapitel den Burgmannen finanzielle Hilfen zum Ausbau der Befestigungsmauer der Burg zur Verfügung. 1323 werden Burg und Stadt an Hermann von Calenberg und die Gebrüder Marschall verpfändet. 1385 meldet die letzte Nachricht über die Burg ihre erneute Verpfändung an Ghyre von Calenberg und Herbord von Brodeke, dabei wird eine Vorburg erwähnt. Stadt und Burg wurden vermutlich zwischen 1389 und 1395 durch Graf Heinrich VI. von Waldeck zerstört. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Da die Ausgrabungen auf der Burg nie publiziert worden sind, können keine detaillierten Angaben zur Bauentwicklung gemacht werden. Angeblich deutet das Fundmaterial auf eine Entstehung in der Mitte des 13. Jhs. hin. Die schriftlichen Quellen könnten auf eine Bautätigkeit am Ende des 14. Jhs. hinweisen, doch ist unklar, welche Maßnahmen diese genau umfassten bzw. ob sie überhaupt durchgeführt worden sind. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg liegt am Ostende und damit der höchsten Stelle der 13,9 ha großen Stadtwüstung Blankenrode. Ihre Innenfläche von ca. 30 m Durchmesser war von einer polygonalen Ringmauer gesichert, an deren Innenseite mehrere Gebäude ansetzen. Zusätzlich war sie von einem bis zu 22 m mächtigen Wall und Graben umgeben. Nördlich davon wird durch einen Graben zwischen Burg und Stadtbefestigung ein Teil der Innenfläche abgetrennt, vermutlich handelt es sich dabei um die in den Schriftquellen erwähnte Vorburg. Die Stadtfläche war durch Wall und Graben in zwei Teile getrennt, die Burgmannensitze werden in dem östlichen Bereich vermutet. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Die in den 50er Jahren durchgeführten Grabungen sind nie publiziert worden.