EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Imbsenburg

Geschichte:

Die Imbsenburg kann sehr wahrscheinlich mit einem Amtshof des Klosters Neuenheerse in der im Umfeld gelegenen Wüstung Östinghusen identifiziert werden. Dieser ist im Spätmittelalter an Angehörige der Ministerialenfamilie von Brobeck verlehnt gewesen. 1403 wird Herbort von Brobeck als Lehnsträger ausgewiesen. Da dieser Mitglied des gegen die Interessen des Hochstifts Paderborn gerichteten Ritterbundes der Bengeler war, ist es möglich, dass die Burg in den 1394 von dem Paderborner Bischof gegen diese Vereinigung gestarteten Militäraktionen zerstört wurde. Die verwaldete Burgstelle wurde weiter als Lehen vergeben, zunächst an die von Krevet, dann an die von Imbsen, von denen die Burg ihren heutigen Namen erhielt. Diese nutzten das Burggelände im 19. Jh. als romantische Gartenanlage. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Der älteste Fund von der Burgstelle ist ein im angelsächsischen Tierstil verzierter vergoldeter Bronzebeschlag aus dem 9. Jh. Die spärlichen Scherbenfunde decken die Zeit zwischen dem 9.-12. Jh. ab.
Die frühen karolingerzeitlichen Funde können nicht als eindeutiges Indiz für die Existenz einer Burg herangezogen werden. Sie belegen lediglich eine frühe Besiedlung des Platzes. Sofern man die Anlage typologisch als Motte anspricht, wäre eine Entstehung im Hochmittelalter möglich, jedoch nicht zwingend erforderlich. Die Schriftquellen geben jedoch nur Aufschluss über eine Burg des Spätmittelalters, die vermutlich bereits 1394 zerstört wurde. (Stefan Eismann, Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die Motte besteht aus einem Hügel von ca. 40 m Durchmesser und 7 m Höhe, der von einem doppelten Graben mit dazwischen liegendem Wall umgeben ist. Auf der 15 m breiten Plattform sind keine Gebäudereste sichtbar. Die Relikte ehemaliger Dämme lassen vermuten, daß der von Osten kommende Bauch früher aufgestaut war und der Burggraben Wasser führte. Auf der Ostseite befand sich eine 65 x 32 m große Vorburg, die im Osten von einem flachen Graben, im Süden von einem nur noch teilweise erhaltenen kleinen Wall sowie im Westen und Norden von einer Böschung umgeben ist. In ihr befindet sich auch eine 4,5 m tiefe Zisterne, die einen Anschluss an den vorbeilaufenden Bach besitzt. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Sondage 1968, Lesefunde