Geschichte:
Die Anfänge der Niederungsburg Neef reichen bis in die Mitte des 13. Jhs. zurück. Urkundlich ist das Burghaus erstmals 1246 erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt gelangte die Burg zu Neef aus dem Besitz des Grafen Heinrich von Heinsberg an seinen Bruder, Simon von Sponheim, den Herren der vorderen Grafschaft Sponheim. Im Jahr 1325 belehnte der Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg den Edelknecht Gerhard von Neef, einen Sohn des Eberhard von Sponheim mit der von einem Graben umgebenen Burg. Nach dem Tod Gerhards und seiner Gattin Adelheid - beide hatten noch 1350 eine Messe für den Altar der Burgkapelle gestiftet und waren ohne Nachkommen verstorben - gaben die Erzbischöfe die Burg an den Herren von Scharfeneck. Nach deren Aussterben fiel Neef auf dem Erbweg 1418 an Graf Johann von Homburg. Mitte des 15. Jhs. finden wir die Familie von Metzenhausen als Inhaber des Lehens. Sie konnte den Besitz der Burg Neef bis ins 18. Jh. behaupten. 1750 nach dem Erlöschen des Geschlechts als heimgefallenes Lehen eingezogen, kam die Burg an die Beissel von Gymnich und die Familien von Lombeck und von Maffei, bevor die Burg schließlich 1778 an einen bürgerlichen Interessenten versteigert wurde. Das Hauptgebäude wurde unter zwei Besitzern aufgeteilt. Das in Privatbesitz befindliche und von innen nicht zu besichtigende Gebäude ist von der Moselstraße des Ortes gut einzusehen. (Jens Friedhoff) .
Bauentwicklung:
Auf der Grundlage stilgeschichtlicher Beobachtungen zu den Fenstergewänden ist die Entstehung des Burghauses in die Mitte des 13. Jhs. zu datieren. Eine solche zeitliche Einordnung korrespondiert mit der ersten urkundlichen Erwähnung in den Schriftquellen 1246. Über die weiteren baulichen Veränderungen des Gebäudes liegen bislang nur wenige Erkenntnisse vor. 1479 erteilte man dem kurtrierischen Rat Ulrich von Metzenhausen die Genehmigung, einen Zwinger vor der Burg errichten zu lassen. Ebenfalls unter der Familie von Metzenhausen erfolgten 1540 weitere bauliche Veränderungen. Der Dachstuhl stammt aus der Mitte des 16. Jhs. Nach der Versteigerung Ende des 18. Jhs. teilte man das Hauptgebäude in zwei Wohnquartiere auf. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. ergänzte man das Gebäude durch einen Anbau mit gebrochenem Pultdach. Mitte der 1990er Jahre rekonstruierte man die moselseitige Fassade mit ihren spätromanischen Fenstern. (Jens Friedhoff)
Baubeschreibung:
Bei dem seit der Umnutzung zu privaten Wohnzwecken Ende des 18. / Anfang des 19. Jhs. dreigeschossigen zweiteiligen Haus, handelt es sich ursprünglich um einen über hohem Kellergeschoss errichteten zweigeschossigen, rechteckigen Baukörper, dessen Schaufassade zur Moselseite hin ausgerichtet ist. Die Mitte der 1995 weiß verputzte Fassade weist keine Gliederungselemente auf und wird lediglich durch die zweiteiligen spätromanischen Fenstergewände strukturiert, die im Zuge der Sanierung eine rote Farbfassung erhielten. Im Erdgeschoss waren die Fenster der moselseitigen Hauptfassade von doppelten Kleeblattbogenblenden überfangen, während die Fenstergewände des ersten Obergeschosses einfachere Kleeblattbögen aufweisen. Rechts des Hauptportals an der Moselfront befindet sich ein rechteckgier Standerker, dessen Fenster spätgotische Maßwerkblenden zeigen. Innen existiert ein Rippengewölbe. Stilistisch verweisen die Einzelformen des Fensters im Erker zu Neef auf den spätgotischen Schlossbau in Zell an der Mosel. Das schlichte Walmdach des Burghauses datiert in die Mitte des 16. Jhs. Von der in den Schriftquellen genannten Ummauerung (Zwinger) und dem Wassergraben haben sich keine Reste erhalten. (Jens Friedhoff)