EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Turaida / Treiden

Geschichte:

Bei der ersten Teilung Livlands 1207 hat der Bischof Albert von Riga die von Liven bewohnte Landschaft Treyden (lettisch Turaida) am rechten Ufer der Aa/Gauja erworben. Der Livländische Chronist Heinrich berichtet, dass 1214 der Bischof Philipp von Ratzeburg zusammen mit Kreuzfahrern ein "castellum" in Thoreida für Bischof Albert von Riga gebaut und Vredelande genannt hat. Schon 1239 wurde für die Burg der livische Ortsname Toreidhia verwendet, der Deutsch Treyden oder Treiden bis zum 20. Jh. geschrieben wurde. Die Burg ist ein Zentrum der Vogtei Treiden des Bistums, später des Erzbistums von Riga gewesen. Die Burg wurde 1298-1366, 1405-1417, 1479-1485 und 1556 vom Deutschen Orden okkupiert.
Zu Anfang des Livländischen Krieges wurde Treyden 1560 von Russen geplündert. Nach der Säkularisation des Erbistums von Riga wurde Treyden 1566 vom polnischen König dem Livländischen Rittertum zugewiesen, aber bald danach wurde es dem vorigen Vogt des Bistums von Dorpat Elert Kruse übergeben, der es bis 1585 verwaltete. Dann wurde eine Polnische Starostei gebildet. Die Polen haben 1582 und 1590 Inventarisationen durchgeführt und alle Gebäude kurz beschrieben.
Im polnisch-schwedischen Krieg haben die Schweden 1601 Treyden kurz eingenommen. Nachdem sie einen Teil Livlands erworben haben, wurde 1624 eine Revision in Treyden durchgeführt. Die Schweden haben im 17. Jh. mehrere Grundrisse der Burg und Umgebung gezeichnet. Im 17. Jh. wurden die Gebäude der Burg für Verwaltung des Schlossgutes verwendet. Treyden wurde bis zum Brand 1776 bewohnt. Danach wurden die ausgebrannten Ruinen stufenweise abgetragen. Bis zum Anfang des 20. Jhs. hatten sich Ruine des Bergfrieds, des halbrunden Westturms und des Westgebäudes über der Erde erhalten. (Ieva Ose)

Pec Livzemes dališanas 1207.g. teritoriju Gaujas labaja krasta pieškira Rigas biskapam. Ka stasta Indrika hronika, 1214. gada Raceburgas biskaps Filips ar krustnešiem Turaida biskapam Albertam uzcelis mura pili, kura nosaukta par Fredelandi. Bet jau 1239. gada dokumenta ta mineta ar Turaidas vardu. No 1207. gada lidz pat 16. gs. Vidum Turaida bijusi biskapijas, velak arhibiskapijas parvaldes vienibas fogtijas centrs. Ordenis Turaidu okupejis 1298.-1366., 1405.-1417., 1479.-1485. un 1556.g. Pec arhibiskapijas sekularizešanas 1566. gada Polijas karalis Turaidu vispirms atdeva Livonijas brunniecibai, bet driz to ieguva agrakais Tartu biskapijas fogts Elerts Kruze, kuram ta piedereja lidz 1585. gadam. Poli Turaida izveidoja starastiju. 1582. un 1590. gada veiktas pils inventarizacijas. 17. gs. Sakuma pili parmainus ieguva gan zviedri, gan poli. 1624. gada reviziju pili veikuši zviedri. 17. gs. Izgatavoti vairaki pils plani, kas glabajas Kara arhiva Stokholma. 17.gs. Pils izmantota ka muižas centrs. Ta apdzivota lidz 1776. gada ugunsgrekam, kad ekas izdegušas un pec tam dala no muriem nojaukta. Lidz 20. gs. Sakumam virs zemes bija saglabajušas bergfrida, pusapala rietumu torna un rietumu malas ekas drupas. (Ieva Ose)

Bauentwicklung:

In den 1974 bis 1999 durchgeführten Ausgrabungen von Janis Graudonis wurde festgestellt, dass die Steinburg an Stelle einer Holzburg der Liven gebaut wurde. Die freigelegten Reste der Steingebäude zeugten von vielen Umbauten und mehreren Bauperioden. Wegen der damals noch ungenügend ausgearbeiteten Methodik wurden leider die archäologisch freigelegten Fundamente nur annähernd datiert. Es folgte die bauliche Entwicklung der Steinburg durch den Architekten Gunar Jansons. In der ersten Bauperiode seit 1214 wurde der runde Bergfried und ein rechteckiger, 11 m langer Wohnbau an der Westseite des Burggeländes gebaut. Danach entstand die Ringmauer, die an den Westbau angeschlossen wurde. In der zweiten Bauperiode im 13. Jh. wurden Wohngebäude mit Warmluftöfen an der nordöstlichen Ecke des Hofes errichtet. Dann - vermutlich während der Okkupation des Deutschen Ordens am Ende des 13. und am Anfang des 14. Jh.- folgte die dritte Bauperiode, als eine kleine nördliche Vorburg mit viereckigem Torturm gebaut wurde. Vom Torturm wurden Fundamente auf dem zugeschütteten Halsgraben der ersten Bauperiode freigelegt. Gleichzeitig oder etwas später wurde im 14. Jh. das vierckige turmartige Gebäude an der Südseite angebaut. In der vierten Bauperiode wurden bis zum Ende des 14. Jhs. Gebäude längs der ganzen östlichen Seite der Ringmauer der Kernburg angebaut und die südliche Vorburg mit einer Ringmauer befestigt.
Nach dem Aufkommen der Pulverwaffen folgte die fünfte Bauperiode vermutlich in der zweiten Hälfte des 15. Jhs. In der ersten Bauphase wurde an der Westseite die alte Ringmauer bis zum Nordtor abgebrochen, eine neue 2 m starke Ringmauer und der halbrunde vorspringende Westturm sowie ein kleiner halbrunder Turm an der Westseite der südlichen Vorburg gebaut. In der zweiten Bauphase wurde der nördliche Torturm abgebrochen, die nördliche Vorburg wesentlich erweitert, ein Zwinger gebildet und das neue äussere Tor zwischen zwei runden Türmen gebaut. In der sechsten Bauperiode im ersten Vietel des 16. Jhs. wurde das Gebäude an der westlichen Seite der Ringmauer der Kernburg sowie ein runder Turm am Eingang von der nördlichen Vorburg zur Kernburg gebaut. Im 17. Jh. haben die Schweden Wehrgänge erneuert, in der Mitte des Hofes eine freistehende Kirche - vermutlich ein Holz- oder Fachwerkgebäude - errichte sowie eine Redoute an der Ostseite der zerstörten nördlichen Vorburg gebildet. Nach dem Brand wurde die Burgruine auf einige Zeit verlassen. Im 19. Jh. wurde im Hof ein hölzernes Wohnhaus gebaut und im vorigen westlichen Gebäude eine Kornkammer des Gutes eingerichtet.
Im 20. Jh. begannen in der Burgruine Restaurierungsarbeiten. 1936 wurde der Oberteil des Bergfrieds gefestigt und eine Aussichtsplattform aus Beton gebildet. 1953 hat der Architekt Karlis Vikmanis das Obergeschoss des Bergfrieds restauriert und bedacht. 1957-1962 wurde das westliche Gebäude - die vorige Kornkammer - vom Architekten Gunars Zirnis restauriert. 1965 bis 1990 hat der Architekt Gunars Jansons die Restaurierung und Rekonstruktion projektiert. Gleichzeitig mit den Ausgrabungen wurden stufenweise die freigelegten Fundamente der Mauern der nördlichen Vorburg und am östlichen Teil der Kernburg konserviert, eine neue Ringmauer auf den alten Fundamenten aufgebaut sowie das viereckige südliche turmartige Gebäude und der halbrunde Westturm erneuert und bedacht. (I.Ose)

Arheologa Jana Graudona vadiba 1974.-1999. g. veiktajos izrakumos konstatets, ka mura pils celta libiešu koka pils vieta. Atsegtas mura eku paliekas norada zu vairakiem buvperiodiem un daudzam parbuvem. Tolaik vel nepietiekami izstradatas izrakumu metodikas del diemžel arheologiski atsegtie celtnu pamati dateti loti aptuveni. Arhitekta Gunara Jansona izstradata mura pils attistibas gaita ir sekojoša. Pirmaja buvperioda kopš 1214.g. uzcelts bergfrids un taisnsturaina 11 m gara dzivojama eka pilsvietas rietumu mala. Pec tam pie tas piebuvets aizsargmuris. Otraja buvperioda 13.gs. Pagalma ziemelaustrumu sturi uzcelta dzivojama eka ar siltgaisa krasni. Pec tam, domajams, Vacu ordena okupacijas laika 13. gs. Beigas un 14.gs. Sakuma sekoja trešais buvperiods, kad izveidota neliela ziemelu priekšpils ar cetrsturainu vartu torni. No ta atsegti pamati, kas atradas virs aizberta pirma buvperioda gravja. Vienlaikus vai nedaudz velak 14.gs. Uzcelta cetrsturaina tornveida celtne dienvidu mala. Ceturtaja buvperioda lidz 14. gs. Beigam gar visu galvenas pils aizsargmura austrumu malu buvetas ekas, ka ari uzcelts dienvidu priekšpils aizsargmuris. Pec ugunsierocu ieviešanas sekoja piektais buvperiods, kas laikam datejams ar 15.gs. Otro pusi. Pirmaja posma rietumu mala lidz ziemelu vartiem nojaukts vecais un uzcelts jauns 2 m biezs aizsargmuris un arpus tam izvirzitais pusapalais tornis, ka ari mazais pusapalais tornis dienvidu priekšpils rietumu mala. Otraja celtniecibas posma nojaukts ziemelu vartu tornis, paplašinata ziemelu priekapils, izveidots cvingers un jauni arejie varti starp diviem apaliem torniem. Sestaja buvperioda 16.gs. Pirmaja cetruksni uzcelta eka galvenas pils rietumu mala, ka ari apalais tornis pie izejas no galvenas pils zu ziemelu priekšpili. 17.gs. Zviedri atjaunoja sargejas, pagalma vidu uzcela brivi stavošu baznicu – laikam koka vai pildrežga celtni, bet postitas ziemelu priekšpils austrumu mala izveidoja reduti. Pec 1776.g. ugunsgreka pilsdrupas pamestas. 19.gs. Pagalma uzcelta koka dzivojama eka un rietumu malas celtne ierikota muižas klets. 20.gs. Sakas pilsdrupu restauracija. 1936.g. nostiprinata bregfrida augšmala un izbetoneta skatu platforma. 1953.g. arhitekts Karlis Vikmanis restaureja bergfrida augšstavu un tornim uzcela jumtu. 1957.-1962.g. arhitekts Gunars Zirnis atjaunoja klets eku. 1965.-1990.g. arhitekts Gunars Jansons projekteja pils restauraciju un rekonstrukciju. Vienlaikus ar izrakumiem pakapeniski konserveti atsegtie muri, rietumu mala zu vecajiem pamatiem uzcelta jauna aizsargsiena, uzbuveta tornveida eka dienvidu mala, atjaunots un apjumts pusapalais rietumu tornis. (Ieva Ose)

Baubeschreibung:

Im Norden wurde das Burggelände durch einen Halsgraben abgeschnitten. Die ca. 213 m lange Befestigung bestand aus der Kernburg in der Mitte sowie einer nördlichen und einer südlichen Vorburg. Als Baumaterial wurde hauptsächlich roter Ziegel verwendet, die Fundamente wurden aus Findlingsgranit gemauert. Die auf den alten Fundamenten erneuerte Ringmauer umschliesst das ganze Territorium, in der ehemaligen Höhe mit Wehrgang wurde sie nur an der Westseite der Kernburg rekonstruiert. Zuvor hatten sich nur einzelne Fragmente der Ringmauer in 3 bis 4 m Höhe erhalten. Der neugebildete Pfad um die Burg erlaubt, die Aussenmauern mit massigen Wandpfeilern zu besichtigen.
Neben dem ehemaligen äusseren Tor der nördlichen Vorburg erhebt sich der erneuerte zylindrische Baukörper des nordöstlichen Vorburgsturms. Vom nordwestlichen Vorburgsturm haben sich nur die freigelegten Fundamente des Erdgeschosses mit ca. 12 m Durchmesser und bis 4 m starken Wänden erhalten.
Am Eingang zur Kernburg befindet sich an der Westseite der niedrige Torturm mit ca. 13 m Durchmesser und Schiessscharten im Erdgeschoss, der zur Zeit provisorisch bedacht ist. In der Mitte des mit Steinen gepflasterten Hofes der Kernburg wurde ein Holzbrunnen im Blockbau freigelegt. Im nördlichen Teil des Hofes erhebt sich der Bergfried. Er ist 27,5 m hoch, in sieben Stockwerke geteilt, mit einem Ziegelgewölbe im Hauptgeschoss. Sein Durchmesser beträgt 13,4 m, die Wände sind 2,9 bis 3,7 m stark. Der originale Eingang öffnet sich in 9,5 m Höhe über dem Boden. An die westliche Ringmauer angebaut erhebt sich das rechteckige, ca. 10 m breite und 16 m lange Westgebäude, das einen Keller und drei Stockwerke hat. Daneben steht der halbrunde Westturm mit fünf Stockwerken und einem Keller. Vor der Restaurierung hatte sich seine Ruine bis in etwa 13 m Höhe erhalten, jetzt ist auch sein Obergeschoss erneuert und bedacht. Sein Durchmesser beträgt 10 m, die Wände sind 2,1 bis 2,8 m stark, im Keller befindet sich ein Tonnengewölbe aus Ziegel, im Erdgeschoss ein fünfteiliges Gratgewölbe. In seiner Aussenwand finden sich Schiessscharten für Feuerwaffen. Vom südlichen turmartigen Bau wurde bei den Ausgrabungen ein Keller sowie das Erdgeschoss mit zwei Gratgewölben freigelegt. Im Keller befand sich ein Warmluftofen. Längs der Ostseite des Hofes wurden die freigelegten Fundamente der Gebäude konserviert. In der südlichen Vorburg wurde ein weiterer Warmluftofen freigelegt. Auf den alten Fundamenten der Ringmauer wurde eine begrenzende Mauer aufgebaut.

Pili ziemelu mala norobežo aizsarggravis. Ap 213 m garuma izstiepto pils teritoriju veido galvena pils vidu, ka ari ziemelu un dienvidu priekšpils. Ka buvmateriali galvenokart izmantoti sarkanie kiegeli, bet pamatiem – laukakameni. Aizsargmuris aptver visu pils teritoriju, bet kadreizeja augstuma ar sargeju tas atjaunots tikai galvenas pils rietumu mala. Pirms restauracijas bija saglabajušies tikai daži mura fragmenti 3 lidz 4 m augstuma. Jaunizveidota taka muru arpuse lauj aplukot masivos kontrforsus, kas pievbuveti mura drošibas pastiprinašanai. Blakus ziemelu priekšpils arejiem vartiem pacelas atjaunota ziemelaustrumu torna cilindriskais apjoms. No ziemelrietumu apala torna redzami tikai izrakumos atsegtie pamati ar 12 m diametru un lidz 4 m biezam sienam. Pie ieejas galvenaja pili rietumu mala atrodas zems vartu tornis ar 13 m diametru un šaujamlukam pirmaja stava, kas pašlaik ir provizoriski apjumts. Galvenas pils brugeta pagalma vidu atsegta gulbuve celta koka aka. Pagalma ziemelu mala pacelas 27,5 m augstais bergfrids, kas sadalits 7 stavos un galvenaja stava segts ar kiegelu velvi. Ta diametrs ir 13,4 m un sienu biezums 2,9-3,7 m, sakotneja ieeja atrodas 9,5 m virs zemes. Pils rietumu mala atrodas taisnsturainais rietumu korpuss ar pagrabu un 3 staviem, kas plana ir ap 10x16 m liels. Blakus pacelas pusapalais rietumu tornis ar pagrabu un 5 staviem. Pirms restauracijas tas bija saglabajies 13 m augstuma, bet tagad atjaunots un apjumts ari ta augšstavs. Torna diametrs sasniedz 10 m, sienu biezums 2,1-2,8 m, pagrabstavu sedz kiegelu mucas velve, bet pirmaja stava ir piecdaliga velve. Ta arsienas izveidotas šaujamlukas, kas piemerotas ugunsierociem. No tornveida dienvidu korpusa izrakumos atsedza pagrabu un pirmo stavu ar divam velvju travejam. Pagraba bijusi siltgaisa krasns. Gar galvenas pils austrumu malu atsegto eku pamati ir konserveti. Dienvidu priekšpili atsegta vel viena siltgaisa krasns. Zu vecajiem pamatiem uzcelts aizsargmuris neliela augstuma. (Ieva Ose)

Arch-Untersuchung/Funde:

1974-1999 wurde fast das ganze Burggelände von Janis Graudonis archäologisch freigelegt. Tausende von Funden des 13.-18. Jhs. wurden gemacht. (Ieva Ose)