EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Elmstein

Geschichte:

Ob ein 1194 als Geistlicher in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Konrad erwähnter Sifridus de Elbenstein auf eine mögliche Burg hindeutet, woraus eine Gründung wohl schon im 12. Jh. - vielleicht als Reichsministerialenburg - vermutet wird, ist fraglich. Sicher sind die im 13. Jh. mehrfach genannten Herren von Elmstein ab 1212 bezeugt (1212 Eckebertus pincerna de Elbestein; 1226 Heceb(er)tus de Elbestein u.a.). In dieser Zeit hatten sie das Amt des pfalzgräflichen Schenken inne, waren also hochrangige Lehensleute der Pfalzgrafen (bis sie im 14. Jh. ausstarben). 1229 trat Pfalzgraf Otto als Lehnsherr der Schenken von Elmstein auf. Mit Elmstein fassten die Pfalzgrafen früh im Westteil des Elmsteiner Tales Fuß. Die Burg selbst ist erstmals 1284 bezeugt ("castra Wolfsperch et Elbstain"). Bereits im 13. Jh. kam es zu Verpfändungen von Teilen der Burg an die Grafen von Zweibrücken, die ihren Teil weitervergaben. Für 1291 ist eine Rückerwerbung durch die Pfalzgrafen belegt. Um diese Zeit wurde auch die Gewährung des Waidrechts im zugehörigen umfangreichen Waldbesitz an das Kloster Otterberg von 1253 bestätigt. 1315 nutzte König und Pfalzgraf Ludwig der Bayer seine Burg Elmstein als Sicherheit, 1329 überließ er im Hausvertrag von Pavia Burg Elmstein seinen pfalzgräflichen Vettern, die durch Ruprecht I. an Graf Simon von Zweibrücken-Bitsch weiter verlehnt wurde. 1376 besaß Graf Johannes von Sponheim Burg Elmstein als pfalzgräfliches Mannlehen, die er 1418 von seinem Amtmann Gerhard von Flörsheim verwalten ließ (zusammen mit Burg Wolfstein). 1437 kam sie mit dem Tod des letzten Sponheimer Grafen Johann V. als heimgefallenes Lehen zurück an Kurpfalz.
Ab 1466 kam es zu weitere Verpfändungen, wobei Pfalzgraf Friedrich I. das Öffnungsecht besaß. Ab 1492 kam sie an Heinrich von Pack, unter dessen Sohn Albrecht die Burg 1525 im Bauernkrieg eingenommen wurde. Nach seinem Tod kam sie an Hans Leise von Lambsheim d. J., der sie 1559 an Kurpfalz zurückgab, in dessen Besitz sie verblieb.
Ihr Ende ist unklar. Möglicherweise im Dreißigjährigen Krieg wie die Dörfer Elmstein, Appenthal und Iggelbach zerstört oder aufgelassen, ging sie spätestens 1688/89 endgültig unter. Die Ruine diente im 19. Jh. als Steinbruch. (Reinhard Friedrich)

Bauentwicklung:

Genaue Angaben zur Bauentwicklung sind nicht möglich. Glatt- und Buckelquader der Schildmauer weisen auf eine frühe Entstehungszeit der Oberburg (13. Jh.) hin.
Historisch ist immerhin bekannt, dass 1466 Erhart von Remchingen, an den Burg Elmstein verpfändet war, 600 Gulden verbaute und Heinrich von Pack ab 1492 400 Gulden, ohne dass sich diesen Baumaßnahmen Bauteile zuweisen ließen. Nach Teilzerstörungen 1525 war die Burg offenbar wieder bewohn- und nutzbar gemacht.
In der Unterburg wurden im 19. Jh. private Wohn- und Wirtschaftsgebäude errichtet. (Reinhard Friedrich)

Baubeschreibung:

Burg Elmstein ist in eine (ältere) Oberburg, einen ca. 20 m tiefer liegenden unteren Bereich und eine Vorburg gegliedert.
Die Oberburg liegt auf einem an drei Seiten senkrecht abfallenden Felsen, bergseitig (NO) war sie zunächst durch einen Halsgraben gesichert. Dahinter erhebt sich eine teilweise noch in voller Höhe von ca. 20 m erhaltene, 2,3 m dicke, zweischalige, polygonale und ursprünglich längere (mantelartige ?) Schildmauer. Sie ist aus sauberen Quadern mit glatter Oberfläche errichtet, nur an der NW-Seite sind in den unteren Lagen einige Buckelquader sichtbar. Außen hat sich ein Aborterker (oder Wehrerker ?) mit rundbogigem Zugang bestens erhalten.
Die Innenseite zeigt die Konsolen eines wohl vierstöckigen, langgestreckten Wohnanbaus, der sich im Schutz der Schildmauer befand und von dem nur wenig aufgehendes Mauerwerk und ein Keller erhalten sind. Ein Bergfried ist nicht nachweisbar und war wohl nicht vorhanden. Im Südteil der bebaubaren Fläche des Burgfelsens von 225 qm, der durch eine Ringmauer eingefasst war, deuten wenige Mauer- und Kellerreste auf weitere Bauten. Der ältere östliche Zugang ist aus dem Sandstein geschrotet, ein anderer Zugang im Westen führte durch einen abgegangenen, an den Wohnbau angelehnten Torbau. (Reinhard Friedrich)

Die Westseite der Unterburg wurde durch eine aus Bruchstein errichtete Zwingermauer gesichert, an deren Nordseite die Fundamente eines Rundturmes erkennbar sind sowie am Westende die eines quadratischen Turmes.
An die Süd- und Ostseite des Oberburgfelsens ist ebenfalls eine lang gezogene Zwingeranlage angesetzt. In ihrem Verlauf findet sich ein offener Halbschalenturm mit querliegenden Schießscharten sowie Spuren von Wirtschaftsgebäuden (Felskammer, Balkenlöcher, Mauerreste). Die Zwingermauerung war in die Dorfbefestigung eingebunden. (R. Friedrich)