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Erfenstein, Alt-Erfenstein

Geschichte:

Eine Burg Erfenstein ("castrum Erphenstein") wird erstmals 1189/93 urkundlich erwähnt. Um 1190 ist zudem ein "Burgmann zu Erpenstein" genannt. Zwar gehört Burg Erfenstein zu den ältesten Burganlagen im Pfälzer Wald, jedoch ist ihr Gründungsjahr unbekannt, dürfte aber vor 1180 liegen (nach Keddigkeit u.a.). Vor 1193 wurde die Burg durch Konrad von Schwaben als Reichsbesitz an Werner II. von Bolanden verliehen, der sie Vasallen, darunter Meinhard von Dürkheim, übergab.
Wohl nach 1237 kam sie an die Grafen von Leiningen. Fortan wurde sie von leiningischen Ministerialen bewohnt, die sich nach ihr nannten, so 1272 ein Burgmann "Henricus de Erphensten". Bei der Leininger Erbteilung 1317/1318 fiel sie an die Grafenlinie Leiningen-Hardburg, ab 1345 an Leiningen-Rixingen. Im 14. und 15. Jh. war es dann das Geschlecht von Bock, das Maßgeblich die Geschicke von Burg Erfenstein mitbestimmte. So bestätigte Emmrich von Bock 1380, dass er den Erfenstein von Johann von Leiningen-Rixingen als Lehen erhalten habe. Dabei wird ein "oberster Burgstaden, den man nennet die alte Burg" genannt. 1390 waren Konrad und Werner Bock von Erfenstein, Herrmann von Aldenkirchen und Henne Monsheimer von Isenburg Gemeiner auf der Burg. Die Zahl der Gemeiner an der nunmehrigen Ganerbenburg wuchs. 1415 gelang auch den Grafen von Sponheim zeitweilig der Zugriff auf Burg Erfenstein.
Burg Erfenstein wurde 1470 im Krieg gegen Kurpfalz (Weißenburger Fehde) durch ein Aufgebot der Stadt Neustadt unter Führung eines kurpfälzischen Amtmannes zerstört. Offenbar wurde sie aber wiederhergestellt und weiter genutzt. Nachdem sie in die Hand der Dalberger gekommen war, muss sie im Laufe des 17. Jhs. endgültig zerstört worden sein. 1754 ist nur noch von einer Burgstelle die Rede. Im 19. Jh. wurden wichtige Teile (Bergfried) bei der Steinausbeutung abgetragen. (Reinhard Friedrich).

Bauentwicklung:

Hinweise zur genaueren Bauentwicklung sind nicht auszumachen.

Baubeschreibung:

Die höher gelegene, ältere Oberburg (Alt-Erfenstein) wird durch einen 7-10 m breiten, nord-süd verlaufenden, aus dem Fels geschroteten Halsgraben vom westlichen Bergrücken abgetrennt. Die Oberburg selbst lag auf einem Felsklotz (6 x 6 m), der mit einer benachbarten Felsbarre durch Mauerzüge verbunden wurde, so dass eine annähernd dreieckige, geschützte Fläche von ca. 200 qm entstand, die südliche Unterburg. Auf dem Felsgrat befindet sich der Stumpf des ehemaligen viereckigen Bergfrieds (6,4 x 5,95 m). Von ihm sind nur noch die unteren Steinlagen erhalten, die eine Verkleidung aus qualitätsvollen Buckelquadern mit sauberem Randschlag aufweisen. Der Turm ist an der Frontseite mit einer Spitze zur Angriffsseite weisend orientiert (Über-Eck-Stellung), zwischen ihm und dem Halsgraben finden sich Reste einer N-S-verlaufenden (Schild ?)mauer. Auf dem Fels befindet sich lediglich noch ein 3 m langer Mauerabschnitt, vielleicht Reste eines Wohnbaus.
Die weitere, sich wohl um die Felsbarre ziehende Bebauung ist nur noch in kärglichen Mauerresten - darunter Reste eines Türgewändes - sowie durch Versturzmaterial auszumachen, die kaum eine Deutung erlauben. Dieser Bereich ist zudem durch die Anlage einer Forttrasse gestört.
Weiteres Versturzmaterial von bauten findet sich in dem Bereich zwischen den beiden Burgteilen. (Reinhard Friedrich)