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Erfenstein, Neu-Erfenstein

Geschichte:

Eine Burganlage in Erfenstein wird erstmals 1189/93 genannt, bezieht sich aber wohl auf die Burg Alt-Erfenstein (siehe dort). Während im 13. Jh. Leiningische Ministerialen die Burg Erfenstein bewohnten, war es im 14. und 15. Jh. das Geschlecht von Bock, das maßgeblich die Geschicke von Burg Erfenstein mitbestimmte. So bestätigte Emmrich von Bock 1380, dass er den Erfenstein von Johann von Leiningen-Rixingen als Lehen erhalten habe. Dabei wird ein "oberster Burgstaden, den man nennet die alte Burg" genannt, offenbar als Unterscheidung zur unteren und damit jüngere Burg Erfenstein. Da ihre Bauten aber qualitästvolle Buckelquaderung aufweisen, dürfte sie noch im (frühen ? 13. Jh. erreichtet worden sein.
1390 waren Konrad und Werner Bock von Erfenstein, Herrmann von Aldenkirchen und Henne Monsheimer von Isenburg Gemeiner auf der Burg. Die Zahl der Gemeiner an der nunmehrigen Ganerbenburg (zusammen mit Alt-Erfenstein) wuchs. 1415 gelang auch den Grafen von Sponheim zeitweilig der Zugriff auf Burg Erfenstein.
Die Burgen Erfenstein wurden 1470 im Krieg gegen Kurpfalz (Weißenburger Fehde) durch ein Aufgebot der Stadt Neustadt unter Führung eines kurpfälzischen Amtmannes zerstört. Offenbar wurde sie aber wiederhergestellt und weiter genutzt. Nachdem sie in die Hand der Dalberger gekommen war, muss sie im Laufe des 17. Jhs. endgültig zerstört worden sein. 1754 ist nur noch von einer Burgstelle die Rede. (Reinhard Friedrich).

Bauentwicklung:

Nach Backes deutet die gleiche Bauform aus Buckelquadern mit Randschlag nicht auf einen größeren Zeitunterschied zwischen Ober- und Unterburg. Nähere Angaben zur Baugeschichte sind nicht bekannt. (Reinhard Friedrich)

Baubeschreibung:

Das nach Osten weisende Spornende unterhalb der oberen Anlage Alt-Erfenstein ist durch einen weiteren, 10 m breiten Halsgraben abgetrennt, hinter dem sich die Anlage Neu-Erfenstein erhebt. Die Hauptburg befindet sich auch hier auf einem schmalen, ovalen Sandsteinfelsen (ca. 21 x 8,5 m), der nach drei Seiten steil abfällt. Auf diesem gestuften, ca. 8 m erhöhten Plateau erhebt sich an höchster, westlicher Stelle des Tischfelsens der rechteckige Bergfried (5,5 x 4,8 m). Der noch ca. 10 Meter hohe Turm weist eine markante Verkleidung aus Buckelquadern mit sauberem Randschlag sowie Steinmetzzeichen auf. In ca. 6 m Höhe befindet sich der rundbogige Hocheingang. Reste von weiteren Bauten, die sich wohl auf dem Felsplateau im Schutz des Bergfriedes erhoben, sind kaum auszumachen. Eine rechteckig aus dem Fels geschrotete Vertiefung an der Nordseite könnte als Zisterne gedeutet werden. Treppenstufen an der Nord- und Südseite des Felsens deuten Aufgänge an.
Unterhalb des Hauptburgfelsens - um diesen gruppiert - befanden sich die Reste der Unterburg. Der von 20 auf 6 m breite abnehmende Unterburgfelsen weist noch Reste der umfassenden Ringmauer auf. Balkenlöcher und -auflager zeugen von einer Bebauung, ohne nähere Bauteile ausmachen zu können.
Unterhalb der Unterburg befindet sich an der Nordseite eine dreieckige Fläche, die zudem durch den verlängerten Halsgraben geschützt ist. Sie kann wohl als Unter- oder Vorburg angesprochen werden. Hier, im Nordteil des Halsgrabens, ist an beiden Seiten Mauerwerk sichtbar, das als Auflager einer (Zug ?)Brücke gedient haben dürfte.
Am Südhang deuten sich terrassenartige Abstufungen an, die aber wohl kaum für Wohnbauten, eher für Gartenanlagen geeignet sind. (Reinhard Friedrich)