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Kyffelburg

Geschichte:

Im 14. Jh./frühen 15. Jh. war offenbar die Familie Fischerbach (aus dem Kinzigtal) von den Schwarzenbergern mit der Kyffelburg belehnt. Das lässt sich aus einer Notiz in der u.g. Urkunde von 1454 erschließen: die Burg sei "vor ziten" Sitz der Herren von "Vischerbach" gewesen; diese sind zwischen 1280 und 1453 im Dienste des Klosters und der Schwarzenberger belegt. Volmar von Fischerbach starb als Letzter seines Geschlechtes vor 1453.
Die Urkunde von 1454 - die Ersterwähnung der Burg - beschreibt die Kyffelburg wie folgt: "...die Küffelburg in Waldkirch, der stock und hus mit dem graben, garten und der mur umbegriffen, wie demm das gelegen ist mit aller zugehorde zu Waltkilch in der oberstat hinder dem closter, da vor ziten die von Vischerbach gesessen sind." Nebenbei ist auf die Nennung des Stocks hinzuweisen, der ein Gefängnis darstellt, was auf obrigkeitliche Funktionen hinweist.
Nach dem Aussterben der Fischerbach fiel die Burg zurück an die Schwarzenberger und wurde von ihnen 1454 an Hans von Sulz, genannt Harmer, verkauft bzw. verlehnt. Hans von Sulz, der Sohn, verkaufte 1485 die Kyffelburg an einen Kaplan, der sie im folgenden Jahr mit Gewinn an den Waldkircher Bürger Hans Stock verkaufte. Hans von Sulz kaufte sie jedoch zurück und 1490 an das Stift St. Margarethen in Waldkirch. 1510 taucht ein Garten bei der Kyffelburgscheuer auf; 1558 ist die Scheuer abgegangen. Besser stand es offenbar mit dem Burggebäude, jedenfalls lebten hier noch bis 1762 Amtsleute des Klosters. Der ruinöse Bau wurde 1762 abgerissen, darauf wurde 1771 das heutige Haus Dettenbachstraße 1 erbaut. Ein Plan der Oberstadt lässt 1794 das Areal noch gut erkennen. (Heiko Wagner)

Bauentwicklung:

Wann die als Niederunsburg anzusprechende, nahezu vollständig verschwundene Burg entstanden ist, lässt sich auf der Grundlage des bisherigem Kenntnisstandes nicht beantworten. Die früheste Nachricht von der Existenz der Anlage datiert in die Mitte des 15. Jahrhunderts. Das Burghaus wurde bis ins 18. Jh.hinein von Amtleuten als Quartier genutzt. 1762 erfolgte der Abriss und der Neubau eines Hauses. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Etwa 90 m OSO der Klosterkirche. Im Bereich von Prospsteistraße/Kandelstraße/Dettenbachstraße. Heute steht ein im 18. Jh. erbautes Haus Dettenbachstr. 1 etwa auf den Fundamenten des alten. Die umgebung ist planiert, von Gräben ist nichts mehr zu sehen. In der Gartenmauer ist noch altes Mauerwerk erhalten. Zwei Scharten, die sich angeblich darin befinden sollen, konnten bei der Begehung nicht ausfindig gemacht werden.
Auf einem Altarbild des 17. Jhs. Ist am linken Bildrand ein Gebäude zu erahnen, bei dem es sich um die Kyffelburg handeln könnte. Der Bereich ist ummauert mit einer Toröffnung. Das Haus hat evtl. einen Treppenturm. Ein Plan der Oberstadt von 1794 zeigt ein rechteckiges Gebäude (der 1771 errichtete, noch heute bestehende Bau) inmitten eines ansonsten nicht oder nur locker bebauten, etwas unförmigen Grundstücks. Ein Graben ist nicht erkennbar. Die im Vergleich zur Küchlinsburg spätere Erstnennung und dieser rechteckige Bau (falls er die ursprüngliche form wiederspiegelt) könnten - mit aller Vorsicht - an einen spätmittelalterlichen Rittersitz denken lassen. Er dürfte frühestens im 13. Jh., jedoch eher erst im 14. oder frühen 15. Jh. entstanden sein. Ein Argument dafür ist die 1301 vorgenommene Abgrenzung der Küchlinsburg zur Stadt hin, bei der die Kyffelburg keine Erwähnung findet. Sie hätte noch in viel größerem Maße diese status- und steuerrechtlichen Probleme gehabt.
Eine Ansicht der Burg findet sich auf der ältesten Ansicht der Stadt Waldkirch (Maria-Hilf-Bild der Sebastians-Kapelle des alten Friedhofes). Ein Haus mit Anbau und eine Ummauerung des Grundstücks ist darauf zu erkennen. (Heiko Wagner)