EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Dottingen, Kastelberg

Geschichte:

Im 13. Jh. sind in Dottingen und auch im Domkapitel von Straßburg mehrfach Mitglieder der Familie von Thengen (aus dem Hegau stammend) belegt. Sie sollen für eine Reliquienübertragung nach Dottingen verantwortlich sein. Nur am Rande sei auf Aktivitäten der Familie im Dreisamtal (Oberried) und evtl. Günterstal hingewiesen. Die erste gesicherte Erwähnung Dottingens liegt 1277; weitere Nennungen sind wegen ähnlicher Ortsnamen problematisch.
Die Burgruine auf dem Kastelberg weist keine zeitgenössischen Nennungen auf. Die früher in der Literatur herangezogenen Quellenbelege sind anderen Orten und Burgen zuzuweisen. Nur in zwei Rodeln des Klosters St. Cyriak in Sulzburg sind vor 1339 Reben und Äcker "unter dem Kastel" und "am Kastel" genannt. Es ist unklar, ob die Burg noch bestand oder eher bereits abgegangen war. Vielleicht wurde die Burg zur Zeit des Niedergangs der Stauferherrschaft oder in einem Interregnum unberechtigt erbaut und später wieder geschleift. Die wenigen Keramikfunde datieren von der Mitte des 13. Jhs. Bis in die 1. Hälfte des 14. Jhs. (Heiko Wagner)

Bauentwicklung:

Nichts bekannt. - Der kleine, in die nördliche Ringmauer integrierte Turm (Bergfried) würde ins späte 13. Jh. oder ins 14. Jh. passen. Die älteste Keramik wirkt jedoch einige Jahrzehnte älter. (Heiko Wagner)

Baubeschreibung:

Der Kastelberg (439,5 m ü.NN.) ist eine Kalksteinscholle am Schwarzwaldrand, zwischen den Orten Ballrechten, Dottingen und Sulzburg gelegen. Die mittelalterliche Gemarkungszugehörigkeit ist nicht ganz klar. Am südlichen Ende des länglichen Bergrückens stand die Burg. Um eine rechteckige Fläche von 36 x 16 m läuft ringsum ein Graben. An den Ecken ist die Grabensohle jeweils zu den Bergflanken hin durchgestoßen. Hier liegen jeweils die Halden des Grabenaushubs am Hang. Neuerdings wurde vermutet, sie könnten in der frühen Neuzeit als Bastionen gedient haben, was unsicher ist.
Am nordöstlichen Rand der Burg steht noch ein Stumpf eines Turmes, der außen etwa 10 x 10 m misst und noch rund 5 m hoch erhalten ist. Bei 3,6 m Mauerstärke und der exponierten, randständigen Position ist mit einem Bergfried - nicht mit einem Wohnturm - zu rechnen. Der Turm war auch in die Ringmauer eingebunden.
Ein ungenauer Gemarkungsplan von 1792/1901 deutet noch ein weiteres rechteckiges Gebäude weiter südlich an.
Etwa 90 m nördlich der Burg befindet sich ein flacher Abschnittsgraben mit Wall, der wohl mit einer prähistorischen Siedlung in Verbindung zu bringen ist.
Im Umfeld des "Kastelbergs" steht der schon um 1600 auf einer Zeichnung dargestellte Kastelhof, außerdem finden sich die Flurnamen "Kastelmatten", "Kastelwald" und "Kastelfeld". (Heiko Wagner)

Arch-Untersuchung/Funde:

Begehungen. Funde des 13./14. Jhs. Aufgrund der Machart ist bei einigen Keramikfragmenten unklar, ob sie ins 12. oder ins 13. Jh. gehören.; ihre Härte deutet auf das 13. Jh. (H.W.)