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Stockhausen bei Lübbecke

Geschichte:

Stammsitz der ritteradeligen Familie von Stockhausen. Das Rittergeschlecht kommt 1298 und 1300 mit dem Mindener "consul Johann de Stockhusen" erstmals in den Quellen vor. Die Besitzgeschichte des 14. Jhs. ist unsicher. Möglicherweise war damals die Familie von Spaen Besitzer, ihnen könnten die von Kylefois (Kylefoes) gefolgt sein. Im 15. Jh. wird die Anlage erstmals erwähnt. Metteke von Kylefois, die Witwe Johanns Kylefois brachte den Besitz vermutlich an ihren Ehemann Johann de Gheleken. Er verkaufte Stockhausen 1411 an die Familie von Westorp (siehe Westrup). Die Erbtochter Anna Margaretha von Westorp brachte das Gut um 1642 durch Heirat an die von Reck(e) zu Steinfurt.1723 wurde Stockhausen Fideikommiss derer von Recke, 1979 verkaufte die Familie die Anlage an die Familie Schürmann. (Andreas Kamm)

Bauentwicklung:

Die ältesten Teile des Hauses Stockhausen gehören vermutlich dem 15. Jh. an und dürften im noch ursprünglich verputzten Herrenhaus erhalten sein. Im 17. Jh. wurde Stockhausen aus- und umgebaut.: 1622 entstand das Kutscherhaus, 1666 und 1670 folgten zwei Fachwerkscheunen. Ein Umbau ist anhand einer Inschrift am Kamin der ehemaligen Küche für das Jahr 1670 bezeugt, 1672 scheint das Torhaus neu- oder umgebaut zu sein, wie die Jahreszahl am Torbogen zeigt. Das Wappenportal des Herrenhauses datiert 1699 (i). Der Taubenturm stammt vermutlich aus der 1. Hälfte des 18. Jhs. Das Halbwalmdach des Herrenhauses ist eine Zutat des 19. Jhs. Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin weist in der Sammlung Duncker eine Ansicht Stockhausens aus nordöstlicher Richtung um 1860 nach. Ende des 20. Jhs. setzte die Familie Schürmann verschiedene Gebäude instand (Dacherneuerung der Fachwerkscheunen, Restaurierung der Verwalterwohnung im Gutswächterhaus). (Andreas Kamm)

Baubeschreibung:

Haus Stockhausen ist als umgräftete Anlage aus Herrenhaus, Torhaus und Wirtschaftsburg teilweise von einer Bruchsteinmauer umgeben. Das am Südostrand gelegene Herrenhaus,ein z.T. noch ursprünglich verputzter, kubischer Bruchsteinbau zeigt südöstlich einen quadratischen Eckturm und nördlich eine vorgelagerte Freitreppe mit Wappenportal, bez.1699. Das Halbwalmdach wurde im 19. Jh. aufgesetzt. Eckquaderungen und Fenstereinfassungen aus Sandstein sowie der Kamin der ehemaligen Küche gehen auf einen Umbau von 1670 zurück. Das nordöstlich gelegene Torhaus mit Fachwerkobergeschoss und Satteldach mit Glockenturm, hatte einst eine Zugbrücke. Der Torbogen ist am Schlussstein mit 1672 bezeichnet. Der Bau wird flankiert vom ehem. Stallgebäude und Kutscherhaus (bez. 1622). In den Bruchsteinaußenmauern Schlüssellochscharten. Westlich stehen die parallel gelagerten Fachwerkscheunen (1666 und 1670 bez.). Die feldseitigen Mauern aus Bruchstein sind z.T. mit Schlüssellochscharten ausgestattet, die nördliche mit einem runden Eckturm. Eine Besonderheit ist der runde Taubenturm aus verputztem Bruchstein und runden Einfluglöchern (1. H. 18. Jh.). (Andreas Kamm)