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Kobern Niederburg

Geschichte:

Von den beiden auf einem Bergsporn zwischen Mühlbach- und Moseltal gelegenen Burgen, ist die Oberburg (Altenburg) wahrscheinlich die ältere Anlage. Die Niederburg wird in der schriftlichen Überlieferung erstmals 1195 im Zusammenhang mit einem Streit des Gerlach von Isenburg-Kobern mit dem Trierer Erzbischof um die Eigentumsrechte an Koberner Burgen, erwähnt. Gerlach muss sowohl die Oberburg "Aldenburg" als auch die Niederburg dem Trierer Erzstift zu Lehen auftragen. Nach dem Erlöschen der Linie Isenburg-Kobern im Mannesstamm veräußern die Erben des Hauses die beiden Burgen 1347 und 1351 an den Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg. Die vormalige Herrschaft Kobern bildet ein eigenständiges, in der Folgezeit häufig an die Herren von der Leyen verpfändetes Amt, das später dem Amt Polch zugeschlagen wird. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg werden die beiden Koberner Burgen zerstört. Seit 1948 gehören die Oberburg und die Niederburg zur Schlösserverwaltung Rheinland-Pfalz. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Neuere Untersuchungen zur Baugeschichte der Niederburg liegen bislang noch nicht vor. Die 1195 erstmals urkundlich genannte Anlage entstand vermutlich im letzten Viertel des 12. Jhs. Dem stauferzeitlichen Gründungsbau gehören die Reste des polygonalen Berings sowie der über trapezförmigem Grundriss erbaute viereckige Bergfried im Zentrum der Anlage an. In spätmittelalterlicher Zeit erhielt die Kernburg an der zum Mühlbachtal gelegenen Westseite eine Zwingeranlage mit einem dreiviertelrunden Flankenturm. In spätgotische Zeit datiert wohl auch die noch erhaltene Wand des Palas an der Westseite der Hauptburg. Für das Jahr 1634 sind Reparaturarbeiten an der Burg bezeugt, die 1688/89 zerstört wurde. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Im Zentrum des polygonalen Berings der Niederburg befindet sich der über trapezförmigem Grundriss errichtete Hauptturm, dessen Zinnenkranz im 19. Jh. erneuert wurde. Der nur durch Lichtschlitze erhellte, auf einem Felssockel gelegene Turm verfügt über einen Hocheingang sowie über eine Schachttoilette an der Ostseite. Von den Gebäuden, die sich an die Ringmauer anlehnen, haben sich Reste an der West- und an der Ostseite erhalten. Im Westen befand sich der in spätmittelalterlicher Zeit erneuerte (?) zweigeschossige Palas (Kaminreste, Segmentbogenfenster mit Sitznischen). Zwischen Hauptturm und Palas liegt eine Zisterne. Der Zugang zur Hauptburg erfolgte von der Westseite durch eine geräumige Zwingeranlage mit einem dreiviertelrunden Flankenturm. Der Burgzugang hatte die Form eines Kammertores. 1976-78 wurden die Reste des zweigeschossigen Palas sowie die Zisterne restauriert und ergänzt.