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Ehrenburg an der Mosel

Geschichte:

Die Anfänge der Ehrenburg reichen in die 2. Hälfte des 12. Jhs. zurück. Sie wurde vor 1161 erbaut, möglicherweise auf den Resten einer alten römischen Nutzungsphase. Der Streit der Trierer Kirche mit den Pfalzgrafen um den Besitz der Burg wurde 1161 durch einen kaiserlichen Schiedsspruch beigelegt. Dem Trierer Erzbischof wurde die Burg unter der Auflage übertragen, diese dem Pfalzgrafen als trierischem Obervogt als Lehen zu vergeben. Sie blieb daher pfalzgräfliches Lehen. Die Pfalzgrafen ihrerseits hatten die Burg zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt vor 1161 den Herren von Ehrenberg (nunmehr als Afterlehen) übertragen. 1131 führten die Ehrenberger gemeinsam mit den Herren von Eltz, von Schöneck und von Waldeck eine Fehde mit dem Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg, in der sie dem Kirchenfürsten schließlich 1336 unterlagen. Einer Fehde mit den Grafen von Katzenelnbogen 1372 folgte eine Auseinandersetzung der Ehrenberger mit der Stadt Koblenz, in deren Verlauf ein Aufgebot der Stadt 1394 die Burg belagerte, aber offenbar nicht einnahm. Ende des 14. Jhs. gelangte die Burg auf dem Erbweg an Johann von Schönburg. Zu diesem Zeitpunkt fungierte die Anlage als Ganerbenburg, an der neben den Schönburgern auch die Familie von Pyrmont einen Anteil hatte. 1522 erlangten auch die Herren von Eltz einen Besitzanteil an der Ehrenburg. 1561 fiel die Burg an die Quad von Landskron und nach deren Aussterben 1621 an Daniel von Honsbroich und 1653 schließlich an Philipp Friedrich von Clodt, den Gatten der Maria Juliana Quad von Landskron. Die 1689 von den Franzosen zerstörte Ehrenburg gelangte 1798 an die Freiherren vom Stein zu Nassau und 1924 an die Grafen Kanitz. 1991 erwarb der Förderverein Ehrenburg die Burgruine. Heute beherbergt die Ehrenburg ein Hotel-Restaurant. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Zur Gründungsanlage der im 12. Jh. entstandenen Burg liegen nur wenige gesicherte Erkenntnisse vor, die in einem von Achim Wendt 2007 verfassten Beitrag diskutiert werden. Die Kernanlage verfügte über einen rechteckigen Wohnbau (13,20 - 9,80 m) und eine ovale Ringmauer. Ein Bergfried fehlte. Der mehrfach erweiterte Wohnbau weist Fischgrätmauerwerk auf. In gotischer Zeit (Anf. 14. Jh.) entstand die imposante Doppelturmanlage mit zwei Rundtürmen (Durchmesser 5,80 m). Im Zwischenbau befindet sich eine Toranlage zur Oberburg. Etwa zur gleichen Zeit dürften die Zwingeranlage und das tieferliegende Areal der Vorburg entstanden bzw. baulich verändert worden sein. In nachmittelalterliche Zeit (um 1495) datiert der so genannte Rampenturm, der die Verbindung zwischen Ober- und Unterburg herstellt. Die Zerstörung der Burg erfolgte 1689 durch die Franzosen. Seit 1993 wurden Ergänzungen des Baubestandes (u. a. freie Rekonstruktion von zu kleinen Zinnen des Rampenturmes) vorgenommen. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die über unregelmäßigem Grundriss errichtete zweiteilige Burg gliedert sich in eine tieferliegende Unterburg (Vorburg) und die Oberburg. Die Anlage ist von Osten über eine Brücke durch einen Torturm zugänglich. Die Angriffsseite schützt ein mächtiger Halsgraben. An die Nord- und Westseite schließt sich an den Felsen der Oberburg auf einer niedrigeren Terrasse eine Zwingeranlage mit zwei halbrunden Schalentürmen an. In einem wiederhergestellten Ökonomiegebäude ist das Restaurant untergebracht. Den Zugang zur Oberburg vermittelt der mächtige Rampenturm mit Geschützschießscharten. Im Zentrum der Oberburg liegt der Doppelturm, dessen Zwischenbau zugleich als Toranlage zum Hof der Oberburg dient. An der geschützten Westseite befinden sich die Reste eines mehrteiligen Wohngebäudes (Palas). (Jens Friedhoff)

Arch-Untersuchung/Funde:

Reste einer römerzeitlichen Wasserleitung im Halsgraben.