EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Eltz

Geschichte:

Als Initiator der Burggründung gilt der erstmals 1157 urkundlich genannte Rudolf von Eltz. Der erste Burgfriedensbrief für die Ganerbenburg Eltz datiert in das Jahr 1323. Eine erste Stammesteilung der Herren von Eltz erfolgte 1268 unter den Brüdern Elias, Wilhelm und Theoderich. Es entstanden drei Hauptlinien a) Eltz vom goldenen Löwen, b) Eltz vom silbernen Löwen und c) Eltz von den Büffelhörnern. Erst 1815 gelangte die Stammburg der Herren von Eltz durch Kauf des Anteils der Freiherren von Eltz-Rübenach (silberner Löwe) in den Alleinbesitz der Hauptlinie der Grafen und Edlen von und zu Eltz, gen. Faust von Stromberg (Eltz-Kempenich; goldener Löwe). Der Familienzweig Eltz mit den Büffelhörnern war bereits 1440 erloschen und der Besitzanteil an die beiden verbleibenden Hauptlinien übergegangen. In der sogenannten Eltzer Fehde (1331-1336) entstand im Auftrag des Trierer Erzbischofs Balduin von Luxemburg (1307-1354) die der Burg Eltz benachbarte Belagerungsburg Trutzeltz oder Baldeneltz. Dem Kirchenfürst gelang es, das gegen ihn gerichtete Bündnis der Gemeiner von Eltz, Schöneck, Ehrenburg und Waldeck aufzulösen. 1354 erlangte der kurtrierische Landesherr schließlich die kaiserliche Belehnung mit der Burg Eltz. Die Herren von Eltz wurden damit zu kurtrierischen Lehnsleuten. Die namengebende Stammburg Eltz bildete den Mittelpunkt einer kleinen Herrschaft, über die der Aufstieg der später in den Reichsgrafenstand erhobenen Familie allerdings weit hinausging. Die bis heute in Familienbesitz befindliche Burg wurde 1920 durch einen Brand teilweise zerstört, jedoch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wiederherstellt. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Neuere baugeschichtliche Untersuchungen zu der vielgestaltigen Ganerbenburg Eltz fehlen. Zum ältesten, romanischen Baubestand der Anlage gehören die unteren Partien des im Südwesten der Kernburg gelegenen "Hauses Platteltz". Es handelt sich um einen ungegliederten Wohnturm auf fast quadratischem Grundriss, der vermutlich im frühen 13. Jh. entstand. Der siebengeschossige Turm weist im zweiten Stockwerk zwei romanische Doppelfenster auf. In die gleiche Zeit datiert ein 1978 bei Restaurierungsarbeiten entdecktes romanisches Doppelfenster an der Außenmauer des Kempenicher Hauses an der Ostseite des Innenhofes. Der Baubestand der wohnturmartigen Geschlechterhäuser datiert vornehmlich ins 15. bis 17. Jh. Das achtgeschossige Rübenacher Haus wurde vermutlich 1472 vollendet. Etwa in die gleiche Zeit (um 1470) fällt der Baubeginn des Groß-Rodendorfer Hauses an der Nordostseite des Hofes, während das benachbarte Klein-Rodendorfer Haus Mitte des 16. Jh. entstand. Die Burgkapelle wurde sehr wahrscheinlich 1327 neu errichtete und ihr Inneres vor 1594 und 1664 verändert. In das 14. und 15. Jh. sind die die Kernburg umgebenden z.T. mit runden Flankentürmen (an der Nordwestseite unterhalb der Burg) versehenen Zwingeranlagen zu datieren. Bis 1730 wurde die Burg ständig bewohnt. 1791 ordnete Graf Hugo Philipp von Eltz die Wiederherstellung der noch brauchbaren Räume an. Sein Enkel, Friedrich Karl, ließ 1845 "unter strengster Wahrung der alten Details" die Burg restaurieren. Nach der Brandkatastrophe von 1920 wurde Burg Eltz wiederhergestellt. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die vielgliedrige Anlage der Kernburg setzt sich aus mehreren feldseitig bis zu 40 m hoch aufragenden, als Wohntürme konzipierten Geschlechterhäusern zusammen. Zum ältesten Baubestand zählen das im Spätmittelalter aufgestockte "Haus Platteltz" und die unteren Partien des Kempenicher Hauses (romanische Doppelfenster). Die Häuser Groß-Rodendorf und Rübenach entstanden in den 1470er Jahren. Das achtgeschossige Rübenacher Haus wurde über rechteckigem Grundriss (19,5 x 9,5 m) errichtet. Sein oberstes Stockwerk kragt über einem Rundbogenfries vor und wird feldseitig durch kleine spitzbehelmte steinere Rundtürmchen und hofseitig durch polygonale Türmchen in Fachwerkkonstruktion akzentuiert. Besondere Beachtung verdient der hofseitig vorkragende Kapellenerker mit Maßwerkfenster. Der Wohnturm besitzt fünf balkengedeckte Geschosse, die durch eine Wendeltreppe erschlossen werden. Im zweiten Geschoss haben sich in der Großen Stube (repräsentatives Wohngemach) ein Kamin und ein Abtritt erhalten. In der ersten Etage befindet sich der Saal mit beheizbarem Vorraum.
Die feldseitige Fassade des zehngeschossigen Groß-Rodendorfer Hauses (17 x 10 m) wird maßgeblich durch rot-weißen Fachwerkerker bestimmt. Über dem Keller erheben sich vier Wohngeschosse, von denen der Keller und das erste Geschoss gewölbt sind, während die oberen Stockwerke flache Balkendecken aufweisen. Alle Räume waren beheizbar, die repräsentative Hofstube mit Netzgewölbe und der Saal sogar zweifach durch Kamine und Kachelöfen. (Jens Friedhoff)