EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Treis

Geschichte:

Die Gründungsgeschichte der Burg Treis und der benachbarten Wildburg konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. In der Literatur finden sich widersprüchliche Angaben zum Alter der Burgen. Auf der Burg zu Treis verstarb 1120 Bertholf von Trihis, bei dem es sich wahrscheinlich um den letzten Gaugrafen des Trechirgaues gehandelt hat. Vermutlich handelte es sich bei den Burgen Treis und Wildburg um Reichsgut. Nach dem Tod Berholfs ergriff Otto von Theineck d. Ä. Besitz von Burg Treis, wurde jedoch von Kaiser Heinrich V. verdrängt, der Treis als heimgefallenes Lehen einzog. König Konrad III. überließ Hermann von Stahleck, dem Gegenspieler des Hauses Rheineck Burg Treis. 1148 überließ Otto von Rheineck d. Ä. Treis dem Trierer Erzbischof Albero, der Hermann von Stahleck vertreiben konnte. Zusammen mit dem Reichsgut um Cochem und Klotten (s.d.) gelangte Treis schließlich 1294 an das Erzstift Trier. Als trierische Lehnsinhaber lassen sich im 13. und 14. Jh. die "Vrye von Tryx" nachweisen, die in verwandtschaftlicher Beziehung zu den Herren von Pyrmont standen. Von der Mitte des 14. Jhs. bis zur Mitte des 17. Jhs. hatten die Herren von Winneburg Burg Treis als Lehen inne. Auf dem Erbweg gelangte Treis an die Familie von Metternich. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg teilte Burg Treis das Schicksal der benachbarten Wildburg und wurde 1689 von den Franzosen zerstört. 1804/11 ging die Burg von der Familie von Metternich in bürgerlichen Besitz über. 1956 erwarb schließlich Kurt Honsberg aus Remscheid die Burgruinen Treis und Wildburg mit der dazugehörenden Mühle und ließ die Wildburg zu Wohnzwecken 1957 wiederherstellen. In der frei zugänglichen Ruine der Burg Treis wurde immerhin der viereckige Bergfried saniert. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung der Burg ist bislang erst unzureichend erforscht worden. Zum ältesten Baubestand der Anlage gehört vermutlich der quadratische Bergfried im Zentrum der Hauptburg. Folgt man den Angaben in der Literatur, so wurde der Bergfried der Burg Treis während des Pontifikats des Trierer Erzbischofs Hillin (1152-1169) errichtet. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Der Zugang zu der über unregelmäßigem Grundriss auf einem Berggipfel errichteten Burg Treis erfolgt vom Flaumbachtal aus und zeiht sich in zwei Kehren im bewaldeten Hang zu einem ersten von insgesamt drei Toren. Unterhalb des dritten Tores liegen Gebäudereste, die als Burgkapelle gedeutet werden. Ebenfalls in der Nähe des dritten Burgtores zum Innenhof der Burg finden sich die Reste eines Burgmannenhauses. Das Zentrum der Anlage nimmt der quadratische Bergfried mit Hocheingang ein. Der Turm wurde im Zuge von Sanierungsmaßnahmen aufgestockt und erhielt ein flaches Zeltdach. An der Südseite des Kernburgareals lag vermutlich der Palas. (Jens Friedhoff)

Arch-Untersuchung/Funde:

In den Jahren 1957 bis 1962 fanden auf Veranlassung des Eigentümers Kurt Honsberg Grabungen auf den Burgen Treis und Wildburg statt. Geborgen wurde umfangreiches Fundgut (Keramik und Eisenteile), das in das 13. bis 15. Jh. datiert. (J.F.)