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Babilonie

Geschichte:

Der Name "Babilonie" ist seit 1723 belegt, seine Etymologie ist umstritten. Möglicherweise kommt er von der Bezeichnung Babelönje/Babenlon" für Bergwald. Ein Zusammenhang mit der Schlacht von "Hlidbeki" (= Lübbecke) in den Sachsenkriegen Karls des Großen, von der die fränkischen Reichannalen im Jahr 775 berichten, wird zwar vielfach vermutet, ist aber keinesfalls nachgewiesen. Der Zeitpunkt der Auflassung der Anlage ist nach dem bisherigen Forschungsstand noch ungeklärt. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Die erste Befestigung aus der vorrömischen Eisenzeit umfasste als einfacher Wall ohne Graben die Kuppe im Süden und die Quelle im Norden. In der nächsten, ebenfalls noch eisenzeitlichen Phase wurde im Norden eine weitere Befestigungslinie davor gesetzt, die dortigen Wälle laufen an den Seiten aus. In einer dritten Phase ist im Nordosten der äußere Wall erhöht worde, die Befestigungslinie schwenkt dann nach Westen auf den inneren Wall der ersten Phase ein. Ihr ist streckenweise ein 5 m breiter und 1,90 m tiefer Spitzgraben vorgelagert. Außerdem ist im Norden eine äußerste Befestigungslinie angelegt worden. Dieser Phase wird die gefundene Keramik des 5.-7. Jhs. zugewiesen. In einer dritten Periode wurde durch einen Wall ein Kernwerk abgetrennt, dem ein 4 m breiter Sohlgraben vorgelagert war. Da diese Befestigungslinie mit einem Zangentor versehenen ist, wird sie in die karolingisch-ottonische Zeit datiert. In der letzten, bisher nicht datierten Phase wurde dieses Kernwerk durch eine in seiner Nordhälfte gezogene Mörtelmauer verkleinert, der ein 4-5 m breiter Spitzgraben mit erhöhter Gegenböschung vorgelagert war. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Wallburg Babilonie zeigt einen komplizierten Aufbau aus einer Vielzahl von Wällen, Vorwällen und vorgelagerten Terrassenkanten. Im Süden umschließen die Wälle eine ca. 200 x 150 m große Kuppe, folgen über 750 m der Ost- und 450 m der Westflanke des sich nach Norden verbreiternden Berges und begrenzen in dreifacher Staffelung die etwa 550 m lange Nordseite der Burg. Im Inneren ist der Nordhang der Kuppe zusätzlich mit zwei bogenförmigen Wall-Graben-Anlagen geschützt. Die frühgeschichtlichen Wälle bestanden sehr wahrscheinlich aus einer Holz-Erde-Konstruktion. Die ursprünglichen eisenzeitlichen Holz-Erde-Wälle sind mehrfach erhöht worden und zeigen Spuren einer Palisadenwand, die z. T. vor einer Trockenmauer stand. Welcher Phase die einzelnen Befestigungstechniken zuzuweisen sind, ist bisher aber offen. Grabungen im Inneren der Burg haben nur im Kernwerk stattgefunden, wobei Wohnpodien und Spuren von Pfostengebäuden freigelgt wurden, die aber keiner speziellen Bauphase zugewiesen werden konnten. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Grabungen durch Friedrich Langewiesesche 1905, 1929/30, 1936 und 1939, durch Walter Lange 1952 und Klaus Günther 1981.
Die Mehrzahl der Funde stamnmt aus der Vorrömischen Eisenzeit. Dazu kommen Keramik des 5.-7. Jhs. und nicht genauer definierte Scherben mittelalterlicher Kugeltöpfe. (Stefan Eismann)