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Baerlo

Geschichte:

Die Geschichte des hier vorgestellten Hauses Baerlo ist leider nur unzureichend aufgearbeitet. Als erstes Jahr seiner Nennung wird in der Literatur 1326 angegeben. Im Mittelalter lag das Haus auf Gelderner Territorium, dem Haus Altenhof auf Jülicher Seite unmittelbar gegenüber, nur durch eine Landwehr voneinander getrennt. Beiden Anwesen wird deshalb auch eine die Grenze sichernde Funktion zugesprochen. Es war Sitz der Familie von Barolo, die auch den Beinamen von Krickenbeck führte. Auch ist die weitere Besitzergeschichte unklar. Allgemein wird nur von mehrfachen Besitzerwechseln gesprochen. Durch hessische Truppen soll Baerlo 1642 gestürmt und geplündert worden sein. Das heutige Anwesen, bestehend aus der Herrenhausruine und dem landwirtschaftlichen Gut, ist ein eingetragenes Bau- und Bodendenkmal, das nach einer dauerhaften Nutzung sucht. Dem Haupthaus droht sonst der Totalverlust. Zur Zeit ist der Betrieb Baumschulen Lappen Pächter des Anwesens. (Jens Wroblewski)

Der hervorgehobene Charakter des Haus Baerlo wird auch durch eine nicht mehr vorhandene Wassermühle, die am Schlossgraben stand, deutlich. Sie war um 1800 bereits verschwunden.

Bauentwicklung:

Aus Kartenwerken und auch aus dem vor Ort-Befund im Gelände ist die für Wasserburgen typische Zweiteiligkeit in Haupt- und Vorburg noch zu erschließen, auch wenn der Trenngraben in der Neuzeit, sehr wahrscheinlich im 17. Jahrhundert verfüllt wurde, als das heutige, Barockgebäude erbaut wurde, das am Nord-Rand des rechteckigen, Plateaus steht.
Wie das mittelalterliche Haus ausgesehen hat und ob in der mit einem Notdach gesicherten Herrenhausruine noch ältere übernommene Baureste existent sind ist offen.
Nach der Tranchot Karte von 1802-05, Blatt 34, Grefrath, war zu Anfang des 19. Jhs. westlich des Herrenhauses noch ein weiteres, jetzt nicht mehr vorhandenes Gebäude vorhanden, dem nach Süden die hakenförmig angeordneten Vorburggebäude gegenüber lagen. Von diesen blieb nur der Südflügel übrig, der nach Osten modern erweitert wurde. Die bei Tranchot noch Wasser führenden Außengräben sind heute trocken gefallen. Eine zweite rechteckige von Gräben eingefasste Insel hat östlich der fusionierten Vor- und Hauptburginsel gelegen. Im Gelände sind auch ihre Gräben noch nachvollziehbar. Bei Tranchot ist hier eine Gartenanlage eingetragen. (Jens Worblewski)

Baubeschreibung:

Wasserumwehrte spätgotische Burganlage und ehemaliger Rittersitz; zweigeschossiges Backsteingebäude mit Walmdach und flachem Notdach, von vier zu fünf Fensterachsen. Im Süden die Eingangsseite zweifach vorspringend gestaltet mit schlichter Haustür. Die Fenster mit Stichbogen abschließend, sämtliche Öffnungen sekundär vermauert. Auf der Außenhaut Reste von einer ehem. Schlämme oder Verputz. Das Haupthaus stammt aus der Mitte des 17. Jhs. (wahrscheinlich 1647).
Haupt- und Vorburg sind heute durch Verfüllung des Trenngrabens zu einer 80 x 50 m großen Insel zusammengefasst.
Von der Grabenanlage haben sich Reste im Norden (hier 12,5 m breit) und im Westen erhalten. Der Südabschnitt existierte noch bis in die 70er Jahre des 20. Jhs. und wurde wohl im Zuge der Errichtung eines Wohnhauses verfüllt. (Jens Wroblewski)

Arch-Untersuchung/Funde:

liegen bisher nicht vor