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Frankenstein im Hochspeyerbachtal

Geschichte:

Urkundliche Nachrichten über die Gründung der Burg Frankenstein fehlen. Unklar ist, ob die Entstehung der Höhenburg in Spornlage mit dem gleichnamigen Geschlecht, das in Lehnsabhängigkeit zu den Grafen von Leiningen stand, in Verbindung zu bringen ist. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Burg Frankenstein anlässlich der Teilung des Hauses Leiningen im Jahre 1237. Sehr wahrscheinlich ist eine Gründung der Burg um 1200 durch Graf Friedrich I. Emich von Leiningen, der von König Philipp von Schwaben mit der Landvogtei im Speyergau belehnt wurde. In der Mitte des 14. Jhs. gelangte eine Hälfte der Burg an das Erzstift Trier, das dort eigene Amtleute einsetzte. Im Spätmittelalter diente Frankenstein häufig als Pfandobjekt. Als Pfandherren treten u. a. die Grafen von Nassau-Saarbrücken und von Sponheim in Erscheinung. Vermutungen, die Anlage sei im Verlauf der Feldzüge Pfalzgraf Friedrichs I. in den Jahren 1470/71 oder gar im Bauernkrieg 1525 zerstört worden, entbehren einschlägiger urkundlicher Belege. Gegen die endgültige Zerstörung und Aufgabe der Burg nach den Wirren des Bauernkrieges spricht die für 1531 nachweisbare Einsetzung eines nassau-saarbrückischen Amtmannes im Jahre 1531. Gegen eine vollständige Zerstörung in den französischen Reuinonskriegen Ende des 17. Jh. spricht die gottesdienstliche Nutzung der Burgkapelle im Jahre 1703. Zu welchem Zeitpunkt Burg Gräfenstein aufgegeben wurde, ist nach bisherigem Stand der Forschung unklar. Als letzte Besitzer der Burg treten im 18. Jh. die Kurfürsten von der Pfalz, die Herren von Wallbrunn, die Herren von Sickingen und die Grafen von Leiningen in Erscheinung. 1792 ging Gräfenstein in Staatsbesitz über. Heute gehört die Anlage zu den von der Staatlichen Schlösserverwaltung in Rheinland Pfalz (Burgen - Schlösser - Altertümer) betreuten Objekten. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Zum ältesten noch erhaltenen Baubestand der Burg Frankenstein zählt ohne Zweifel der sehr wahrscheinlich noch vor 1200 errichtete Bergfried der Oberburg, von dem sich lediglich die unteren Partien erhalten haben. Eine maßgebliche Erweiterung erfuhr die Burg an der Wende des 13. zum 14. Jh. In dieser Zeit entstanden die beeindruckenden mehrgeschossigen Bauten der Unterburg, die sich um den Oberburgfelsen gruppieren. Im Zuge von bauarchäologischen Untersuchungen erfolgte 1988/89 der Nachweis einer bis dahin unbekannten Schildmauer des 12. Jh. an der Südwestseite der Unterburg. Zu den wenigen spätmittelalterlichen Bauten des 15. Jhs. zählt die von einem hufeisenförmigen Rundturm flankierte Zwingermauer vor den Wohnbauten der Unterburg sowie eine kleine bastionsartige Befestigung im Westen der Burg, die zusätzlich zur hochmittelalterlchen Schildmauer das Haupttor sicherte. Der endgültige Verfall der gesamten Anlage setzte vermutlich im 18. Jh. ein. 1883/84 und 1938/39 nahm das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege Instandsetzungsmaßnahmen vor. 1971-74 wurden Fassadenteile der Unterburg durch die Staatliche Schlösserverwaltung Rheinland-Pfalz ergänzt. Bauarchäologische Untersuchungen wurden 1988/89 begleitend zu Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Burg Frankenstein gliedert sich in eine auf der höchsten Erhebung des Bergsporns gelegene Oberburg mit rechteckigem Bergfried und einer im Süden gelegene Unterburg, deren Wohnbauten zusätzlich durch eine Zwingeranlage gesichert wurden. Der rechteckige, mit Buckelquadern versehene Bergfried (Seitenmaße 8 x 9 m) wurde 1975 durch Aufmauerungen stark ergänzt. An der westlichen Angriffsseite ist der Turm schildmauerartig verstärkt. In südlicher Richtung schließt sich an den Hauptturm eine erst seit 1989 nachweisbare Schildmauer an, der an der Angriffsseite im 15. Jh. eine kleine bastionsartige Anlage zum Schutz des Haupttores vorgelegt wurde. Der Baubestand sich südlich an den Felsen der Oberburg anschließenden Unterburg datiert vornehmlich ins ausgehende 13. und beginnende 14. Jh. Die imposanten, zum Tal hin vier- und fünfgeschossigen Gebäude wurden insbesondere in ihren oberen Partien 1974/75 ergänzt. An den südwestlichen Wohnbau, schließt sich nach Norden ein zweiter annähernd quadratischer Wohnbau (Saalgeschossbau) an, der bis zur Höhe der originalen Doppelfenster noch in die 2. H. des 13. Jhs. datiert. Der Keller des insgesamt fünfgeschossigen Gebäudes wird durch einen Zugang an der Nordseite erschlossen. Ursprünglich wurden die Geschosse durch Balkendecken getrennt. Im Inneren weist der Baukörper bemerkenswerte Details auf. Besondere Aufmerksamkeit verdient neben den Sitznischen der Fenster der imposante Kamin, dessen Haube bis in das darüber liegende Stockwerk reichte. Auf einem separaten Felsabsatz schließt sich an den Saalgeschossbau der Kapellentrakt an. Der Erker des Altarraumes kragt über qualitätvollen Konsolen vor. Teile der erhaltenen Zwingermauer im Süden der Unterburg entstanden vermutlich im 15. Jh. (Jens Friedhoff)

Arch-Untersuchung/Funde:

1988/89 bauarchäologische Untersuchungen.