EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Pusztavár/Solymos

Geschichte:

Die Burganlage erscheint unter dem Namen Solymos erst 1379 in den Schriftquellen. Hier werden als ihre Besitzer zwei, gleichfalls aus dem adeligen Tolcsva-Geschlecht stammende Adelsfamilien, die Tolcsvai und die Toronyai, erwähnt. Ihr Vorfahr, ein gewisser Uz, verfügte aber schon im 13. Jh. über die Umgebung. Im Jahr 1398 lag die Befestigung schon in Ruinen, das herumliegende Gebiet gehörte ab 1396 der Debroi-Familie.

Bauentwicklung:

Nach indirekten Schrift- und den direkten archäologischen Quellen sind die Anfänge der Burg in die Zeit um 1300 zurückzuführen. Zu dieser Zeit wurde auf der nördlichen Bergkuppe ein Rundturm und darum herum eine fast ovale, unregelmäßige Umfassungsmauer errichtet. Gleich danach oder gleichzeitig damit erfolgte auch der Ausbau des südlichen, auch ovalförmigen Burgteiles. Die Südkuppe erhielt auch einen runden Turm mit einer Außentreppe, dem sich aber von Norden ein kleines (Wohn)gebäude anschloss. Die beiden Burgteile waren durch einen Graben, sowie (wenigstens auf der Nordseite) durch einen Mauerzug voneinander getrennt. Das einfache, schmale Tor des südlichen Burgteiles befindet sich an der Ostseite. Die Kommunikation der beiden Burgeinheiten sowie weitere Bauten, Zisterne, etc. sind nicht bekannt, Umbauten konnten nicht festgestellt werden. Ob es hier um eine sog. Ganerbenburg geht, ist nicht auszuschließen.

Baubeschreibung:

Das längliche, unregelmäßige Plateau des 415 m ü.M. hohen, steilen, zum Teil bewaldeten Berges verfügt über zwei kleine Kuppen mit je einem runden Turmstumpf von 8-9 m Durchmesser. An der Nordseite des Südturmes sind die nicht vollkommen ergrabenen Reste eines kleinen quadratischen Gebäudes, bzw. eines Treppenaufganges an der Westseite zu finden. Ein Quergraben teilt das Gebiet in einen größeren (70x30 m) nördlichen und einen kleineren (50x30 m) südlichen Teil. Reste einer Quermauer sind eher auf der Nordseite feststellbar. Längere Strecken der am Plateaurand laufenden Umfassungsmauer finden wir vor allem auf der West- und Südseite, aber keine Bauten des Burgareals sind höher als 2-3 m. Das betrifft auch das Südosttor des südlichen Burgteiles, in dessen Umgebung längere Mauerzüge schon saniert wurden.

Arch-Untersuchung/Funde:

Zwischen 2001 und 2004 führte in der Burg István Feld Sondierungsgrabungen durch, die die Hauptzüge der Grundrissdisposition und der Schichtenverhältnisse klären konnten. Die Forschungsarbeiten wurden dann ab 2010 von Viktor Gál weitergeführt, als Vorbereitung der begrenzten Sanierungsarbeiten der Umfassungsmauer. Das nicht besonders reiche Fundmaterial stammt aus dem 13-14. Jh.