EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Schönecken

Geschichte:

Burg Schönecken entstand sehr wahrscheinlich bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf dem Gebiet der unweit entfernt gelegenen Abtei Prüm. Als Initiatoren der Burggründung kommen die Grafen von Vianden in Frage, die als Vögte der Abtei fungierten. Urkundlich ist erstmals 1249 von der Burg die Rede, die als "clara costa" bezeichnet wurde. Heinrich von Vianden wird in den Schriftquellen ab 1264 als Herr von Schönecken aufgeführt. Fortan dient die Burg als Sitz einer Seitenlinie des mächtigen Dynastengeschlechts. 1370 erlosch das Geschlecht der Herren von Schönecken aus dem Hause Vianden. Das Erbe gelangte an die Herren von Vinstingen, die Burg und Herrschaft einschließlich der Vogtei zu Prüm an Herzog Wenzel von Luxemburg veräußerten. Dessen Neffe, König Wenzel verkaufte Schönecken 1384 mit Zustimmung der Abtei Prüm als oberster Lehnsinstanz an den Trierer Erzbischof Kuno von Falkenstein. Schönecken wurde kurtrierische Landesburg und diente in der Folgezeit mehrfach als Pfandobjekt. Zeitweilig finden wir die Grafen von Vianden als Inhaber der Pfandschaft Schönecken. Innerhalb des kurtrierischen Territoriums bildet Schönecken Sitz eines erzbischöflichen Amtmannes. Bis 1794 gut erhalten, fiel die Anlage 1802 einem Brand zum Opfer. Mitte des 19. Jahrhunderts gelangte die Burgruine in den Besitz des preußischen Domänenfiskus. Heute gehört Burg Schönecken zu den landeseigenen Objekten der Generadirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Abteilung Burgen, Schlösser, Altertümer. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die baulichen Anfänge der imposanten Burgruine reichen bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Archäologische Untersuchungen zur Klärung der baulichen Entwicklung haben bislang noch nicht stattgefunden, so dass lediglich der in Resten erhaltene Baubestand zur Klärung der baulichen Abfolge herangezogen werden kann. Wünschenswert wäre ferner eine Bearbeitung der Schriftquellen, die ebenfalls umfangreiches Material zur Geschichte und Bauentwicklung enthalten. Die noch erhaltenen Bauteile erlauben aufgrund stilistischer Einzelheiten eine Datierung ins Spätmittelalter. Nach Ausweis der Fenstergewände ist von baulichen Veränderungen im 16. Jahrhundert auszugehen. 1794 noch vollständig unter Dach, fiel die Burg 1802 einer Feuersbrunst zum Opfer und wurde 1804 auf Abbruch versteigert. Erste Restaurierungsarbeiten an der erhaltenen Ruine erfolgten 1906. Weitere Maßnahmen zur Erhaltung folgten 1970 bis 1975 sowie 1982/83. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Als Standort für die langgezogene trapezförmige Anlage wählten die Grafen von Vianden zu Beginn des 13. Jahrhunderts einen langgezogenen Bergrücken oberhalb des Ortes Schönecken. Mit einer Ausdehnung von 120 x 60 m zählt die Burg zu den bedeutendsten Anlagen der Region. Unklar ist die Baugestalt der Gründungsanlage, da die noch erhaltenen Reste vermutlich den spätmittelalterlichen Ausbauzustand wiederspiegeln und Einzelformen sogar erst in das 16. Jahrhundert datieren. Die Mauerzüge innerhalb des Berings sind fast alle verschüttet. Ungeachtet dessen ist eine Teilung in eine Vor- und eine Hauptburg auszumachen. Die Hauptburg nimmt die dem Ort zugewandte Südsetie ein. Dort befinden sich die imposanten Mauerreste des Hauptgebäudes, das von zwei Rundtürmen flankiert war und ferner einen wohl älteren rechteckigen Turm aufwies. Die Außenwände weisen drei Geschosse auf. Aus der Zeit vor der Brandzerstörung 1802 hat sich ein Ende des 18. Jahrhunderts entstandenes Gemälde erhalten, das zumindest den langgestreckten von Türmen flankierten Wohnbau an der Talseite erkennen lässt. (Jens Friedhoff)