EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Malberg

Geschichte:

Die geschichtlichen Anfänge des Schlosses bzw. der Burg Malberg reichen bis in das beginnende 11. Jahrhundert zurück. 1008 ist erstmals von den Edelherren von Malberg die Rede, die dem Hochadel angehörten und in der Südeifel über umfangreichen Streubesitz verfügten. Einen direkten Hinweis auf die Existenz der Burg bietet eine 1204 ausgestellte Urkunde, aus der hervorgeht, dass Kaiser Friedrich II. die Burg (castrum) Malberg niedergelegt hat. Die Wiederherstellung muss recht bald erfolgt sein, da die Schriftquellen bereits für das Jahr 1224 von einer Kapelle in der Burg berichten.
Auseinandersetzungen mit dem hier ebenfalls begüterten Erzstift Trier führten 1239 unweit von Malberg zur Gründung der trierischen Landesburg Kyllburg. Aus einer Nebenlinie der von Malberg gingen die von Vinstingen hervor, die ihren Anteil an Malbert 1279 an das Erzstift Trier veräußerten, als ein Familenmitglied, Heinrich II. den Erzstuhl innehatte (reg. 1260-1286). Die Hauptlinie des Geschlechts von Malberg erlosch 1280 und ihr Besitz gelangte an die Herren von Reifferscheid, die wiederum eine eigene Nebenlinie zu Malberg ausbildeten. Im 16. Jahrhundert gelangten Burg und Herrschaft als Erbe in verschiedenen Teilen an die Manderscheid-Schleiden, Beyer von Boppard und die d`Ardes von Kriechingen, bis schließlich zwischen 1615 und 1681 die bürgerliche Familie Veyder, die zunächst als Pächter in Malberg erscheinen, die einzelnen Anteile von Schloss und Herrschaft in einer Hand vereinigen. Johann Heinrich Veyder aus Bickendorf bekleidete 1659 die Stelle eines Amtmanns und sien Sohn Johann Werner Veyder erhielt das Adelsprädkat "von".
1732 stieg Fanz Moritz von Veyder in den Reichsfreiherrenstand auf. 1708 bis 1715 wurde im Auftrag der Familie von Veyder neben dem sog. Alten das Neue Schloss errichtet. Durch die Ehe der Ernstine von Veyder gelangte das Schloss 1823 an den Oberförster Schmitz aus Trier, dessen Enkel Eudard (gest. 1926) aus der Verbindung Schmitz-Rommel (Düsseldorf) das Anwesen erlangte. 1990 wurde Schloss Malberg schließlich von der Verbandsgemeinede Kyllburg erworben, die eine aufwändige Sanierung eingeleitet hat. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Zuverlässige Angaben zur ersten hochmittelalterlichen, wohl vor 1008 entstandenen Stammburg derr Herren von Malberg fehlen bislang. Die bestehende Burg wurde 1204 von Kaiser Friedrich II. zerstört. In dem Testament des Theoderich und der Agnes von Malberg ist jedoch 1224 von einer Kapelle in der Burg die Rede, so dass zu diesem Zeitpunkt bereits der Wiederaufbau erfolgt war. Ursprünglich befanden sich auf dem Areal des Schlosses offenbar zwei Burgen. 1402 ist von der "unteren" bzw. "vorderen Burg" die Rede, die in den Besitz des Erzstifts Trier übergegangen war, das sie an Heinrich von Brandscheid versetzt hatte. Die obere Burg war Lehen der Herzöge von Luxemburg. 1404 erlangten Trier und Luxemburg gleiche Lehnrechte zu Malberg. Die seit 1273 an die Familie von Reifferscheid gelangte Burg wurde später geteilt. Joachim von Manderscheid-Schleiden erwarb 1579 eine Häflte von Burg und Herrschaft Malberg und ließ ab 1591 auf dem oberen Plateau des Burgberges das noch erhaltene so genannte "Alte Schloss", einen Renaissancebau aufführen. Im 17. Jahrhundert konnte die Familie von Veyder schließlich die unterschiedlichen Anteile an Burg Malberg in einer Hand vereinigen und zwischen 1708 und 1715 entstand gegenüber dem Alten das barocke Neue Schloss, dessen monumentaler Hauptbau und die Gartenanlagen bis heute das Gesamtbild des Objekts bestimmen. Als Architekt der barocken Anlage wird der kurpfälzische Hofbaumeister Matteo Alberti angesprochen, der u. a. für die Planung des Schlosses Bensberg bei Bergisch-Gladbach verantwortlich zeichnete. Zunächst wurde 1702 der 1591 bis 1597 errichtete Alte Bau renoviert. 1710 entstand der Verbindungstrakt zum Neuen Schloss an der Südseit edes Hofes. Das Neue Schloss entstand im Wesentlichen 1712-1714. An der Rückfront des Neuen Schlosses ließ die Familie von Veyder 1730 eine Gartenterrasse anlegen. Die Vorburg erhielt 1712 bis 1714 ihre heutige Gestalt. Die z. T. sorgsam restaurierten Innenräume wurden zum Teil 1760 neu ausgestattet. Seit mehreren Jahren erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten zur Erhaltung des beeindruckenden Schlossbaus. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Schloss Malberg liegt weithin sichtbar auf einem langgezogenen Bergsporn oberhalb des gleichnamigen Ortes. Reste der ersten hochmittelalterlichen Burg, die in das beginnende 11. Jahrhundert datiert, haben sich nicht mehr erhalten und könnten lediglich durch archäologische Grabungen nachgewiesen werden. Auch von der 1204 zerstörten und vor 1224 wiederhergestellen Nachfolgeanlage blieben nach bisherigem Stand der Forschung keine nennenswerten Baureste erhalten. Die langgestreckte Anlage gliedert sich in einen auf einer niedrigen Geländestufe gelegenen Wirtschaftshof mit einem barocken Garten. Dort wird die untere Burg vermutet.
Auf der höheren Geländestufe befinden sich im Norden das so genannte Alte und an der Südseite das barocke Neue Schloss. Bei dem Ende des 16. Jahrhunderts aufgeführten Alten Schloss handelt es sich um einen Renaissancebau, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts modernisiert wurde. Hofseitig weist der kubusförmige viergeschossige Bau fünf Fensterachsen auf. Nördlich schließt sich das Torhaus mit seitlichem kleinen Eckturm an. Die Verbindung zum Neuen Schloss stellt ein zweigeschossige Galeriebau mit rustizierten Rundbogenportalen dar, de in seinem Erdgeschoss ursprünglich die Wagenremise aufnahm. Das Neue Schloss weist hofseitig eine reich dekorierte Schaufront auf, die deutlich die Architektursprache des Baumeisters Andrea Palladio zeigt. Bei dem neuen Schloss handelt es sich um einen zweieinhalbgeschossigen Bau von neun Achsen. Akzentuiert wird die Hoffassade durch den dreiachsigen Mittel- und an jeder Seite je einen einachsigen Risalit, die allesamt von flachen Dreieckgiebeln bekrönt werden. Die Gartenfort ist wesentlich einfacher gestaltet und weist ebenfalls einen dreiachsigen Mittelrisalit auf. Die Gartenterrasse mit Balustraden wird von zwei übereck gestellten Gartenpavillons flankiert. Eine breite Freitreppe ermöglicht den Zugang in den so genannten runden Garten, ein kleines barockes Gartenparterre, das über hohen Substruktionsmauern angelegt wurde. Die dekorativen Barockplasiken des Gartens schuf Ferdinand Tietz 1758 bis 1760, der u. a. am kurfürstlichen Palais in Trier tätig war. Im Innernen des Schlosses haben sich große Teile der spätbarocken Ausstattung mit prächtigen Gobelins und Stuckdekoration erhalten. Die bemalte Wandbespannung entstand 1760 und stammt aus der Manufaktur des Frankfurter Malers Johann Andreas Nothnagel (1729-1804).
Am Nordhang unterhalb des Schlossberges erhebt sich die barocke Schlosskapelle von Malberg. (Jens Friedhoff)


Ein wenig exponiert gelegen befinden sich die