EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Grumbach

Geschichte:

Die genaue Gründungszeit der Burg Grumbach ist bis heute unbekannt, der älteste direkte Nachweis hingegen lässt sich dank einer Auftragung als Lehen im März 1242 datieren.
Interessant erscheint, dass bereits seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Anwesenheit von Burgmannen nachgewiesen werden konnte und die Burg ab der Mitte des 14. Jahrhunderts als Amtssitz diente. Unter Wild- und Rheingraf Johann diente Burg Grumbach als häufig genutztes Pfandobjekt, wobei ab 1363 Graf Johann von Sponheim beteiligt wurde und ab 1400 bis 1434 zwischenzeitlich die Burgmannschaft von beiden Eignern gestellt wurde.
Im Verlauf des 15. Jahrhunderts wurde die Burg Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen dem Wildgrafen und Pfalz-Zweibrücken, bis sie 1477 gegen eine Geldzahlung endgültig wieder an Wildgraf Johann V. gelangte.
Wild- und Rheingraf Christoph begründete im 16. Jahrhundert eine eigene Nebenlinie "zu Grumbach", wodurch Burg bzw. Schloss Grumbach zum Zentrum einer Herrschaft aufstiegen. Im Zuge dessen wurde die Anlage signifikant umgebaut.
Zwar überstand die Burg die Kriege des 17. Jahrhunderts nahezu unbeschadet und für die Jahre 1719-1724 konnte sogar eine neuerliche Bautätigkeit festgestellt werden; dennoch fand sie noch im 18. Jahrhundert ihr Ende, als französische Truppen vermutlich 1798 die Anlage sprengten.
(Stefan Weispfennig)

Bauentwicklung:

Der Beginn der baulichen Entwicklung liegt im Dunkeln und kann zu Beginn des 13. Jahrhunderts vermutet werden. Vom Berghang durch einen Halsgraben getrennt, schloss sich im Westen der Kernanlage eine Vorburg sowie darunter ein Wirtschaftskomplex an.
Größere Einschnitte können ab dem 16. Jahrhundert nachgewiesen werden, als die Anlage zur Residenz einer eigenen wildgräflichen Linie ausgebaut wurde: 1584 wurde ein Kapellenbau sowie eine Kanzlei errichtet. Zwischen 1719 und 1724 wurde die entstandene Schlossanlage darüber hinaus in nördliche Richtung unter anderem mit einem Lustgarten ausgebaut.
Nach der Zerstörung während französisch-preußischen Auseinandersetzungen im 18. Jahrhundert wurde an der Burgstelle 1838-1842 eine evangelische Pfarrkirche errichtet. Als einzig vollständig erhaltener Teil der ehemaligen Kernburg existiert heute noch das Kellergeschoss des ehemaligen Wohnbaus. Im Bereich der Kirche sind schließlich noch geringe Reste der Burg erkennbar bzw. verbaut.
(Stefan Weispfennig)

Baubeschreibung:

Im Bereich des heutigen Kirchenbaus sind noch geringe Reste der Burg sichtbar. (Stefan Weispfennig)

Von den Nebengebäuden der zum Schloss ausgebauten Anlage blieb lediglich der mehrgeschossige Archivbau mit einem Mansarddach erhalten. (Jens Friedhoff)