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Ingweiler

Geschichte:

Burg Ingweiler wurde als Hof im Odenbachtal wahrscheinlich um 1200 im Auftrage von Johannes "de Engelmorwilre" errichtet.
Das Haus Ingweiler wurde 1339 an Graf Georg I. von Veldenz übergeben, in dessen Dynastie es rund 100 Jahre verblieb; verschiedene Teile des Hofes fielen allerdings im 14. und 15. Jahrhundert in wechselnde Hände und dienten als Lehnsobjekte.
Ab 1444 ging das Haus Ingweiler nach dem Tod des Grafen Friedrich III. von Veldenz an den Herzog von Zweibrücken über und stand zeitweise unter Lehnsnehmern der Linie Kellenbach. Dabei erscheint insbesondere interessant, dass durch einen Kaufvertrag von 1580 die Erlaubnis überliefert ist, auf dem Hofe Rechtsprechung durchzuführen: Bis heute existiert in diesem Zusammenhang der Galgenkopf nahe des Ingweilerhofes.
Herzog Johann I. von Zweibrücken-Veldenz führte 1590 eine starke Änderung in der Nutzung der Burg ein, indem er mittels eines Erbleihvertrages das Gut einer Bewohnung durch Religionsflüchtlinge überließ. Die dadurch akquirierten Zinsen wurden zur Schuldentilgung genutzt. Dieses Modell fand einige Jahrzehnte Anwendung, allerdings wurde Ingweiler während des dreißigjährigen Krieges mehrfach geplündert.
In dessen Folge befand sich das Anwesen in mehrfach wechselndem Besitz, bis es 1760 von Pfalz-Zweibrücken aufgekauft wurde. Die heutige Nutzung durch ein Seniorenwohnheim bedingt, dass die Anlage nicht frei zugänglich ist.
(Stefan Weispfennig)

Bauentwicklung:

Aus der Zeit der Erbauung im 13. Jahrhundert ist heute nur noch das Haupthaus sowie der Stallungsflügel im Nordwesten erhalten. Das Hauptportal im nördlichen Teil des Wohnhauses weist zudem im Keilstein das anzunehmende Erbauungsjahr aus.
Die weiteren Teile des Anwesens, die ihm die heutige charakteristische, rechteckige Form gaben, entstanden erst ab 1766. So wurde der Südflügel im 19. Jahrhundert erbaut. Es lassen sich darüber hinaus Dachreiter einer "Alten Kapelle" erkennen, die im 19. Jahrhundert an der Stelle des heutigen Friedhofes existierte.
(Stefan Weispfennig)

Baubeschreibung:

Von der mittelalterlichen Tiefenburg sind heute nur noch das Haupthaus sowie ein Stallungsflügel vorhanden. (Stefan Weispfennig)