EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Bucherbach

Geschichte:

Die erste gesicherte Nachricht über die Burg Bucherbach stammt aus dem Jahre 1326 ("maison dou Valdecogne"). Man ist sich heute jedoch aufgrund archäologischer Grabungen sicher, dass auf dem Burgareal schon im Hochmittelalter eine Vorgängeranlage gestanden haben muss, über deren Geschichte nichts bekannt ist. Schon diese Anlage, wie auch die nachfolgende Burg Bucherbach, war Besitz der Grafen von Saarbrücken. Der Name Bucherbach wird erstmals 1365 urkundlich erwähnt ("(...) die man spricht Bucherbach (...)"). In ihr residierten niederadlige Burgmänner bzw. Burggrafen (später Amtmänner) des Hauses Saarbrücken. Die Burg hatte als Sammelplatz für bäuerliche Abgaben in erster Linie wichtige wirtschaftliche Funktionen zu erfüllen. 1412 machte sie Philipp I. von Nassau-Saarbrücken zum Witwensitz für seine Frau Elisabeth von Lothringen, jedoch residierten dort auch in der Folgezeit weiterhin die Stellvertreter der Grafen. In der Fehde zwischen Ludwig I. von Pfalz-Zweibrücken und Graf Johann III. von Nassau-Saarbrücken wurden die Dörfer des Köllerbachtals stark verwüstet, und auch die Burg nahm wohl Schäden. Eine Urkunde der Türkenschatzung von 1542 zeigt, dass die Besatzung der Burg zur damaligen Zeit recht gering war. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg dann mehrfach beschädigt, bis sie 1645 ganz abbrannte. Große Teile der Mauern blieben aber wohl bestehen, sodass man die Wirtschaftsgebäude wiedererrichtete und die Burg als Hofgut nutzte. Fürst Wilhelm Heinrich hatte 1740 daran kein Interesse mehr, und gab die Burgruine dann endgültig den Bauern zum Abbruch frei. Heute befindet sich die Burg im Besitz der Gemeinde Püttlingen, die sie in den 1950ern und 1983 teilweise restaurierte und der Öffentlichkeit zugänglich machte. (Marc Holzheimer)

Bauentwicklung:

Heute ist klar, dass auf dem Burgareal schon vor der Errichtung der Burg Bucherbach im 13. oder 14. Jahrhundert eine Vorgängeranlage gestanden haben muss. Über die weitere Bauentwicklung ist dagegen wenig bekannt. Graf Philipp II. leitete 1546/47 größere Umbaumaßnahmen ein: Einrichtung einer neuen Wasserleitung, Pflasterung des Hofes, Erweiterungen an Türmen und Palas. Unter Oberamtmann Philipp Georg von Piesport wurde die Burg auf den Dreißigjährigen Krieg vorbereitet, erhielt aber mehrfach Schaden und brannte 1645 schließlich ab. Auch wenn Mauern und Türme bestehen blieben, war das Dach endgültig verloren. Anschließend errichtete man die Wirtschaftsgebäude neu. 1740 wurde die Burgruine endgültig zum Abbruch freigegegeben, sodass hier viele Steine entwendet wurden. Seit den 1950ern ließ die Gemeinde Püttlingen die Burg durch Grabungen freilegen und teilweise restaurieren. 1983 wurde der abgebrochene Ostturm teilweise wieder hochgemauert. (Marc Holzheimer)

Baubeschreibung:

Die annähernd quadratische Burg besteht im Inneren aus Grundmauern einer Reihe von Wohn-und Wirtschaftsgebäuden und einem zentral gelegenden Hofareal. An den vier Flanken stehen die teilweise wiederhergestellten Reste der Rundtürme (10,4m Durchmesser), von denen der 11m hohe Westturm der höchste ist. Die Seitenmauern waren jeweils etwa 40m lang. Eine Vorburg befand sich einst wohl unter der Köllertalstraße. (Marc Holzheimer)

Arch-Untersuchung/Funde:

In den 1950ern und 1983 fanden mehrere Grabungen statt, die Teile der Burg, Wirtschaftsgebäude, den verloren gegangen Ostturm sowie viele mittelalterliche Gerätschaften wie Wurfgeschütze, Schwert- und Lanzenreste sowie frühneuzeitliche Messingtöpfe zu Tage brachten. Zudem fand man Spuren der Vorgängeranlage. (Marc Holzheimer)