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Holtensen, Barenburg

Geschichte:

Es sind keine historischen Nachrichten bekannt, die sich auf die Belegungszeit dieser Anlage beziehen ließen. Ein Ursprung in der vorrömischen Eisenzeit ist gesichert, jedoch bezeugen Funde des 8./9. Jhs. auch eine frühmittelalterliche Wiedernutzung. Im Mittelalter gehörte sie zum Ausstattungsgut des unterhalb gelegenen Klosters Wülfinghausen. 1421 wird sie von dessen Subprior Johan Busch als Burgsitz der Grafen von Hallermunt bezeichnet. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Brandspuren, die bei einem Wallschnitt innerhalb des Walles gefunden wurden, deuten auf einen mehrphasigen Aufbau der Holz-Erde-Konstruktion hin. Eine Datierung der Phasen steht aber noch aus. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Topographie des Areals der Barenburg erforderte lediglich im Süden die Errichtung eines 280 m langen Steinwalls. Im Nordwesten wird der Platz durch eine Felswand und im Osten durch steile Hänge geschützt. Die Innenfläche der Hauptburg neigt sich nach Nordosten allmählich abwärts und geht in den Steilhang über. Der Zugang erfolgte von Osten ehemals über den sog. Eselsstieg, einen Felsdurchgang. Im Mittelteil ist der bis zu 5 m hohe und bis 15 m breite Wall leicht zurückgezogen. Seine Enden biegen schließlich nach innen ein und laufen am jeweiligen Hang aus. Vor dem Mittelteil des Walles verläuft im Abstand von 30 m ein Vorwall mit dazugehörigen Grabenresten, der im Westen in ein Doppelgrabensystem übergeht und nach Osten als Geländekante dem Hauptwall wieder zuläuft. Der Innengraben ist außer an den Hangpartien auf der ganzen Strecke des Hauptwalles zu verfolgen. Die Gräben sind kaum tiefer als 1,5 m und 6–8 m breit. Eine Walllücke im Südwesten dürfte ein ursprüngliches Tor bezeichnen, sie wurde nach 1959 für einen Holzweg erweitert. Im Durchbruch fand man Spuren eines Brandes im Wallkern, was auf eine ältere Holz-Erde-Anlage schließen lassen könnte. An drei Stellen wurden am Hauptwall Steinplatten noch so übereinander gelegt aufgefunden, dass sich der Verlauf einer Mauer verfolgen ließ. 40 m südwestlich des Hauptwalles befindet sich ein 40 m langes und max. 0,5 m hohes Wallstück, dem ein flacher Graben vorgelegt ist. 200 m südwestlich befindet sich ein steil abfallender Bergsporn, die sog. Königskanzel. Ein südöstlich von ihr liegender, flacher Abschnittswall von 35 m Länge wird allgemein ihrem Schutz zugerechnet. Da sich an dem Sporn aber keine Hinweise für eine sonstige Bebauung finden lassen, ist eine Rolle des Walles als Vorfeldsicherung der Barenburg wahrscheinlicher. (Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

1982 Lesefunde von eisenzeitlicher Keramik Seit Mitte der 80er Jahre systematische Ausplünderung durch Sondengänger. Funde: über 300 Metallgegenstände wie Fibeln, Geräte und Schmuck der Späthallstatt- bis Mittellatènezeit.
Unpublizierter Wallschnitt.
(Hans-Wilhelm Heine/Stefan Eismann)