EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Herschbach i. Westerwald

Geschichte:

Die Anfänge der Wasserburg Herschbach reichen in das beginnende 14. Jh. zurück. Als Initiatoren der in den Schriftquellen erstmals 1320 erwähnten Anlage gelten die Herren von Isenburg-Arenfels, die kurz vor 1310 im Zuge einer Erbteilung im Hause Isenburg Herschbach erhalten hatten. Für den vor der Burg gelegenen Ort erwirkten sie Stadtrechte. Burg und Stadt waren seit 1343 kurklnisches Lehen. 1371 eroberte der Trierer Erzbischof die Burg nach einer Belagerung. Infolge des Erlöschens des Arenfelser Zweiges fielen Burg und Stadt 1371 an die salentische Linie des Hauses Isenburg, später Isenburg-Grenzau genannt. Im 15. und 16. Jh. dienten Burg und Herrschaft häufig als Pfandobjekt. Um 1460 finden wir Graf Gerhard von Sayn als Pfandherr zu Herschbach, 1417 und 1477 war der Besitz an Graf Philipp von Katzenelnbogen versetzt, denen 1479 die Landgrafen von Hessen folgten. Vor 1494 eingelöst, verschrieb Gerlach Herr von Isenburg Burg und Herrschaft Herschbach seiner Gemahlin, Anastasia von Saarwerden als Witwensitz. Nach 1511 war Herschbach an Kurtrier verpfändet und 1567 an Wilhelm von Fordroff. Mit Graf Ernst von Isenburg-Grenzau erlosch auch dieser Familienzweig des Hauess Isenburg. Burg und Herrschaft Herrschbach fielen als heimgefallenes Lehen an Trier zurück und wurden 1739 mit dem benachbarten Amt Hartenfels vereinigt. Das Amt gelangte 1803 an Nassau. Bis zu ihrer Niederlegung in den 1860er Jahren diente die Wasserburg als Sitz einer nassauischen Oberförsterei. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Der Kern der Burg, die über rechteckigem Grundriss errichtete Hauptburg inmitten eines breiten Wassergrabens reicht sehr wahrscheinlich in Teilen bis in das beginnende 14. Jh. zurück. Einige wenige Nachrichten zur baulichen Entwicklung der Anlage liegen aus dem späten 15. Jh. vor. 1488 berichten die Quellen von einem Brandschaden. Für 1486/87 sind Reparaturen belegt. Das Brauhaus erhielt 1490 ein neues Dach. Im geichen Jahr legte man einem Plankenzaun um den Weiher an. In der Kernburg verweist eine Inschrift mit der Jahreszahl 1563 auf eine Umgestaltung der Gebäude in der Renaissancezeit. Nach 1860 wurde die aus Haupt- und Vorburg bestehende Burganlage vollständig abgebrochen. An der Stelle der Burg befindet sich heute eine Schule. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Über das Aussehen der im 19. Jh. abgebrochenen Burg sind wir lediglich durch die Schriftquellen sowie eine um 1860 entstandene Ansicht informiert. Bei der Hauptburg handelte es sich um einen Vierflügelbau mit einer rundbogigen Tordurchfahrt. Der hintere Flügel scheint in Fachwerkkonstruktion errichtet worden zu sein. Ein Bergfried fehlt auf der Ansicht von 1860. Über den Wassergraben führte eine steinerne Bogenbrücke. (Jens Friedhoff)

Arch-Untersuchung/Funde:

Renaissance-Ofenkachel des späten 16. Jhs.