EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Völlen, Papenburg

Geschichte:

Eine Papenburg wird erstmals für das Jahr 1431 in der „Cronica de Fresen“ des Eggerik Beninga aus der ersten Hälfte des 16. Jhs. genannt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1458 anlässlich der Belehnung des Hayo von Haren gen. Papenburg, wobei die Burg schon von den Vorgängern des Bischofs errichtet worden sein soll. Allerdings findet sich in deren Lehnsregistern keine Spur der Burg. Diese lag unmittelbar an der Grenze des Bistums Münster zu Friesland. 1469 wurde die Burg kurzzeitig von den Herren von Langen besetzt, vom Bischof aber wieder für die von Haren zurückgewonnen. 1484 wird die Papenburg als Offenhaus bezeichnet. Durch Heirat mit den Erbschwestern der von der Papenburg gelangte die Burg 1486 an Lüdeke von Hake und nach dessen Tod 1489 an Winrich von Brahe. Von 1509 bis 1568 war der Besitz über die Papenburg zweigeteilt, die andere Hälfte gelangte von Eggert Nagel über Klaus Hatte und Series von Langen an Nagel von Plettenberg, womit die Burg wieder vereint war, da dieser den anderen Teil durch Heirat erworben hatte. Seit der Mitte des 16. Jhs. war die Burg nicht mehr bewohnt und wurde beim Verkauf an Dietrich von Velen 1630 als verfallen bezeichnet. 1648 errichtete dieser einen neuen Amtssitz, die sogenannte Drostei. 1716 verkauft der Freiherr das Gebäude an seinen Sekretär Dallmeyer und baut sich dafür auf Gut Altenkamp das heutige Barockschloss. Nach dem Kauf errichtete der neue Besitzer an Stelle der Drostei das heutige Gebäude. 1849 ging es an eine Holzhandlung, heute ist es im Besitz der Stadt Papenburg. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Der Bauzeitpunkt der ursprünglichen Turmburg ist unbekannt, er dürfte deutlich vor der ausdrücklichen Ersterwähnung von 1458 gelegen haben. 1661 war noch ihr Turm vorhanden.
Von 1642 bis 1648 ließ Dietrich von Velen ein neues Herrenhaus einige hundert Meter von der Papenburg entfernt errichten, um weitere Grenzstreitigkeiten mit den Ostfriesen zu vermeiden. Das Haus Papenburg wurde 1682 zusätzlich mit einer Gräfte umzogen. Kurz nach 1716 ist das heutige Gebäude errichtet worden. Das dazugehörige Quartierhaus trägt die Jahreszahl 1636. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

In der Mitte des 17. Jhs. bestand die Papenburg aus einem verfallenen Turm mit starken Mauern, der unterkellert und von einer doppelten Gräfte umgeben war. Ob vom Bruchs Bemerkung, dass er auf einer Anhöhe stand, bedeutet, dass die Burg als Motte konstruiert war, muss offen bleiben; es könnte sich auch um eine natürliche Erhebung gehandelt haben. Auf dem Gelände stehen heute die alten Werftgebäude der Meyerwerft.
Die Gestalt des ersten Herrenhauses ist unbekannt. Das heutige Gebäude aus dem Anfang des 18. Jhs. - die sog. Drostei - ist ein einstöckiges Gebäude mit Walmdach. Dazu gehört ein zweistöckiges Quartierhaus, das evtl. noch aus der 1. Hälfte des 17. Jhs. stammt. Die umgebende Gräfte ist noch z. T. erhalten. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine