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Ippenburg

Geschichte:

Die Ippenburg wird 1345 als castrum Ybbenborg erwähnt. 1361 war mit ihr Johann von Intholte vom Osnabrücker Bischof belehnt. Allerdings war die Burg geteilt, denn 1358 wird beurkundet, dass Hille, die Witwe des Ritters Helembert von der Horst und ihr Sohn Johann die Hälfte der Ippenburg, die sie von Claus von Gesmele gekauft hatte, ihm wieder abtreten. Vor 1390 ist sie durch Kauf in den Besitz von Johann von dem Bussche gelangt. Dieser gelobte 1390 vor dem Osnabrücker Domkapitel und Rat, das Haus mit Ausnahme des Sockelgeschosses nicht aus Stein zu bauen und keinen Weg durch das Bruchland anzulegen. Die dennoch errichtete Burg wurde vom Osnabrücker Bischof erfolglos belagert. 1421 wurde eine Kapelle im Hauptgebäude eingerichtet. Die Anlage ist noch heute im Besitz der Familie von dem Bussche. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Eine erste Burg ist 1390 erneuert worden, wahrscheinlich in Verbindung mit einer Verlagerung des Burgplatzes. Eine Kapelle ist im Erdgeschoss 1421 geweiht worden. Die um 1600 errichteteten Gebäude der Vorburg wurden um 1725 erneuert. Dabei sind auch der Wall und die "Festungswerke" um das "alte Haus" abgetragen, der innere Graben zugeschüttet und die restlichen Gräben trocken gelegt worden. Die spätmittelalterliche Anlage ist 1811 wegen Baufälligkeit abgerissen worden. Nördlich der Burg wurde bereits nach 1728 am Standort des heutigen Schlosses ein barockes, dreiflügeliges Herrenhaus errichtet worden. 1862 wurde dieses Schloss abgebrochen, da es vom Steinschwamm befallen war. Auf seinen Grundmauern ist innerhalb von fünf Jahren das heutige Schloss im neogotischen Stil errichtet worden. Die Vorburg stammt aus der Zeit um 1600, sie hat lediglich neue Dachkonstruktionen erhalten. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Erwähnung eines Walls in der Urkunde von 1390 lässt darauf schließen, dass die erste Burg mit einem solchen Befestigungswerk versehen war.
Ein Plan der spätmittelalterlichen Burg zeigt eine Wasserburg mit doppeltem Wassergraben und dazwischen liegendem Wall. Das dreiflügelige Hauptgebäude erhebt sich unmittelbar aus dem Wasser und umschließt einen schmalrechteckigen Hof, der im Süden durch eine Mauer mit hohem, spitzbogigem Tor geschlossen ist. Das Haus ist im Erdgeschoss aus Bruchstein, im Obergeschoss aus Fachwerk konstruiert. An Baudetails weist es Schießscharten im Erdgeschoss und zwei Aborterker auf der Westseite auf. Eine Vorburg war mit doppelten Wällen und Gräben befestigt.
Das Herrenhaus von 1728 bestand aus einem dreiflügeligen, 34 x 18 m großen Gebäude mit Tordurchfahrt. Ursprünglich war die Eingangsfront mit einem später durch Bitzschlag zerstörten Stufengiebel bekrönt.
Das heutige neogotische Schloss stellt sich als dreiflügeliges, zweistöckiges Gebäude mit Ecktürmen, breitem Mittelrisalit, Treppengiebel und Vorhalle dar.
Direkt nördlich der Ippenburg befindet sich eine ovale, ca. 140 x 90 m große Gräftenanlage von bis zu 40 m Grabenbreite. Möglicherweise ist dies der Standort der ersten Burganlage. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine