EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Friedland

Geschichte:

Die durch Schriftquellen gesicherten Anfänge der Höhenburg Friedland im südlichen Niedersachsen reichen bis in das ausgehende 13. Jahrhundert zurück. Urkundlich wird die Burg, die als Gründung der Herzöge von Braunschweig anzusprechen ist, erstmals 1289 erwähnt. Wann die Burg erbaut worden ist, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Unklar ist auch, ob die Gründung bereits im Zusammenhang mit den territorialen Auseinandersetzungen in der Grenzregion Südniedersachsen-Hessen-Thüringen nach dem Ableben des thüringisch-hessischen Landgrafen Heinrich Raspe (gest. 1247) erfolgte. Vermutlich diente Burg Friedland der Sicherung einer Handelsstraße, die hier von der Leineniederung ins Bergland führte. Herzog Otto versetzte die wohl im 14. Jahrhundert ausgebaute Burg bereits 1424 an die Stadt Göttingen, die die Burg in ihre Landwehr einbezog. Herzog Erich I. von Calenberg-Göttingen löste Burg Friedland 1530 wieder ein. Während des Dreißigjährigen Krieges erfolgte 1623 die Zerstörung der Burg. Matthäus Merians Kupferstich zeigt die Burg lediglich als stattliche Ruine. 1743 wurden die Ruinen abgetragen, um das Steinmaterial zum Bau eines Amtshauses und der Amtsmühle zu verwenden. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung der sehr wahrscheinlich hochmittelalterlichen Burg bedarf noch einer eingehenden Untersuchung. In den Schriftquellen wird die Anlage erstmals 1289 genannt. 1526 und 1555 werden Teile der Burg, so u.a. die Vorburg mit "dem alten Steinwerk" und dem niedersten Pfortenhaus erwähnt. 1623 erfolgte die Zerstörung der Burg Friedberg, deren Ruinen 1743 schließlich zwecks Steingewinnung für den Neubau von Amtshaus und Amtsmühle abgetragen wurden. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die lediglich noch als Burgstelle erhaltene Anlage nimmt das Gelände eines steil nach Osten zur Leineniederung abfallenden Hanges oberhalb des Ortes Friedland ein. Bauliche Reste haben sich kaum erhalten. Lediglich im Zuge der 1970 erfolgten Grabung stieß man auf Fundamente. 1623 zerstört, wurden die Ruinen 1743 niedergelegt.
Die recht ausgedehnte Anlage bestand aus einer Haupt- und einer Vorburg. Die Vorburg erstreckte sich über ein Areal von 70 x 90 m. Das Gelände wurde jedoch durch eine Straße zerschnitten. Die etwa viereckige Hauptburg wird an drei Seiten von einem hohen Wall begleitet. Erhalten blieben nur noch einige Grabenreste. Einen ungefähren Eindruck der Burg vermittelt der Kupferstich von Matthäus Merian, der 1654 die Burg bereits als Ruine zeigt. Deutlich erkennbar ist die von Rundtürmen flankierte Ringmauer, der quadratische Hauptturm, bei dem es sich entweder um einen Bergfried oder einen Wohnturm handelte sowie der Giebel eines stattlichen Gebäudes. Von der Vorburg ist auf dem Kupferstich lediglich der Bering auszumachen. (Jens Friedhoff)

Arch-Untersuchung/Funde:

Im Jahr 1970 fand auf dem Burgareal eine Grabung des Seminars für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen statt. (Jens Friedhoff)