EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Hagenburg

Geschichte:

Die Hagenburg entstand als Gründung der Grafen zu Schaumburg bei einer in der 2. Hälfte des 13. Jhs. angelegten Rodungskolonie. Nachdem die Grafen in der Mitte des 14. Jhs. dort Fuß fassen konnten, errichteten sie die Burg; deren Name Hagenburg übertrug sich auf den Ort. 1378 wurde in einem Vertrag zwischen dem Schaumburger Grafen und Graf Erich von Hoya über die Verheiratung ihrer Kinder vereinbart, dass die Tochter von Erich die Hagenburg als Leibzucht bekommen solle. Im 14. und 16. Jh. war die Burg öfters verpfändet. 1518 wurden die Gebrüder Anton und Johann zu Holstein-Schaumburg vom hessischen Landgrafen mit der Burg belehnt. Bis 1558 saßen hier die von Heimburg als Ministerialen, danach die von Klenkes. Das äußere Vorwerk entwickelte sich im 16. Jh. zum Flecken. Das von den Grafen von Schaumburg-Lippe häufig als Sommersitz genutzte Schloss wurde 2005 in private Hände veräußert und beherbergt heute ein Auktionshaus. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Über die mittelalterliche Baugeschichte existieren keine Aufschlüsse. 1558 wurde ein neues Torhaus errichtet und der Wohntrakt umgebaut. 1686 wurde anstelle der Burg ein Schloss als Sommerresidenz erbaut. 1733 wurden größere Reparaturmaßnahmen unternommen. Von 1793-1800 erfolgte ein Neubau im klassizistischen Stil nach Plänen des Landesbaumeisters Clemens August von Vagedes. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burganlage besteht aus einer 45 x 58 m großen, ehemals umgräfteten Hauptburginsel mit südlich vorgelagerter Vorburg. 1558 wird das von Grund auf gemauerte "Nige Hus" mit drei gewölbten Kellern erwähnt. Das heutige Schloss besteht aus einem massiven Nordostflügel aus Bruchstein, an dessen Südeck ein Fachwerkflügel mit Steinsockel und Durchfahrt anschließt. Letzterer ist ein Überbleibsel der Anlage von 1686, während der steinerne Trakt einen Neubau aus dem Ende des 18. Jhs. darstellt. Haupt- und Vorburg sind von einem schmalen Wassergraben umgeben. In diesen mündete von Norden der aus dem Steinhuder Meer kommende Hagenburger Kanal. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine