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Genovevaburg

Geschichte:

Als Initiator der Burggründung zu Mayen gilt der Trierer Erzbischof Heinrich I. von Vinstingen, der im Jahr 1280 mit dem Bau der Landesburg unweit der Grenze der Territorien Kurtrier und Kurköln begann. Die Talsiedlung Mayen zu Füßen der Burg erhielt 1291 Stadtrechte und wurde noch vor 1300 mit einem starken Mauerring versehen. Die Erwähnung des Konrad von Kottenheim als Burgmann zu Mayen setzt die Fertigstellung der kurfürstlichen Burg voraus.1689 wurde die Anlage durch die Franzosen zerstört. Unter dem Trierer Kurfürst Hugo von Orsbeck (reg. 1676-1711) wurde die Burg zwischen 1702 und 1710 nach Plänen des kurtrierischen Hofbaumeisters Johann Honorius Ravensteyn wiederhergestellt. An die Stelle des mittelalterlichen Palas trat ein barocker Wohnbau. Die französische Verwaltung versteigerte 1803 die Burg, die in den Besitz mehrerer Bürger gelangte, die das Amtshaus bis auf die Kellergewölbe niederlegten. Im Jahr 1880 fiel die Burg an die Mayener Volksbank, die den größten Teil derselben an den Kaufmann Philippp Kohlhaas veräußerte, die die Anlage 1893 wiederherstellen ließ. 1902 wurde ein Teil der Burg, u.a. das Dach des Bergfrieds (Goloturm), durch einen Brand zerstört. 1918 gelangte die durch den Regierungsbaumeister und Architekten Ernst Stahl wiederhergestellte Genovevaburg an den Diplom-Ingenieur Scholten, der sie 1920 an die Stadt Mayen verkaufte. Die Burg beherbergt das Eifeler Landschaftsmuseum. Die Bezeichnung "Genovevaburg" wurde erst im 19. Jh. gebräuchlich und beruht auf einer Sage, nach der die Burg Sitz des Pfalzgrafen Siegfried und seiner Gattin Genoveva gewesen sein soll. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die am Südostende der Stadt auf einem hohen, nach Süden steil abfallendem Schieferfelsen gelegene Burg umfaßt im wesentlichen zwei Bauperioden: A) Von der mittelalterlichen Gründungsanlage des ausgehenden 13. Jhs. blieben Teile der Ringmauer mit drei Rund- bzw. dreiviertelrunden Flankentürmen sowie der runde Hauptturm (Goloturm) erhalten. B) Der barocke Wiederaufbau zwischen 1700 und 1710 erstreckte sich auf den vormaligen, der Stadt zugewandten Palas und den sog. Marstallbau unterhalb des Gototurmes. Der Hauptturm sowie zwei weitere Flankentürme erhielten 1702 "welsche Hauben".
Die urkundlich 1362 bezeugte, der Gottesmutter Marie geweihte Burgkapelle wurde zu Beginn des 18. Jh. niedergelegt. Eine letzte umfassende Wiederherstellung der Burganlage erfolgte 1918 unter dem Architekten Ernst Stahl. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die am Südostende der Stadt auf einem Schieferfelsen gelegene, unregelmäßige siebeneckige Kernburg entstand im letzten Viertel des 13. Jhs. und ist typologisch dem Kastelltyp zuzuordnen. Der Zugang zur Hauptburg erfolgte von Osten durch ein gotisches Spitzbogentor. An der Südseite erhebt sich der runde Bergfried (Durchmesser 10 m, Höhe 27,5 m), der ein feldseitiges Tor sicherte. Ein zweiter Zugang zum Burgareal existiert stadtseitig. An den Bergfried schließen sich im Verband in gewinkelter Linie die Verbindungsmauern zum Nordost- und zum Südwestturm an, die in Höhe des Wehrgangs durch Schießscharten durchbrochen werden. Zwischen dem Nordost- und dem Nordwestturm lag - der Stadt zugewandt - der Palas, der sich unmittelbar an die Ringmauer anlehnte, und an dessen Stelle zu Beginn des 18. Jhs. ein Barockbau trat. In der Südostecke des Burghofs befand sich vermutlich die Mitte des 14. Jhs. erwähnte Kapelle, die im 18. Jh. niedergelegt wurde. Die gesamte Kernburg wird von einer Zwingermauer umgeben. In der Nähe des Nordwestturms wird sie durch einen zur Stadt ausgerichteten Batterieturm verstärkt. (Jens Friedhoff)