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Heeßeler Burg

Geschichte:

Es sind bislang keine Schriftquellen bekannt, die sich auf diese Anlage beziehen ließen. Angenommen wird aber ein zumindest zeitweiliger Zusammenhang mit der im Raum Burgdorf im 12./13. Jh. nachgewiesenen Grundherrschaft der Herren von Depenau. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Im Hauptwall wurde eine etwa 40 cm hohe Schicht aus gebranntem Lehm gefunden, bei der es sich um einen eingeebneten Vorgängerwall handeln könnte.
Die Vorburg im Osten ist dem Ringwall zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt worden, wahrscheinlich trifft dies auch für den Mottenhügel zu. Anfang der 1930er Jahre wurde von einem Bauer das fehlende Wallstück abgetragen. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Heeßeler Burg liegt auf einer leichten Anhöhe im anmoorigen Niederungsgebiet und zeigt einen komplizierteren Aufbau als bei frühmittelalterlichen Ringwällen üblich. Der 50-60 m Durchmesser besitzende Ringwall war ursprünglich spiralförmig geführt. Er setzt im Südosten an und läuft nach etwa 40 m an einer Toranlage im Nordosten aus. Dieses Stück ist aus einer 1,30 m breiten, in Lehm gesetzten, zweischaligen Raseneisensteinmauer mit Hinterschüttung gefertigt. Vorgelagert war ein 4 m breiter Sohlgraben. Etwa 20 m nordwestlich setzte der nun aus Sand und Plaggen hergestellte Wall wieder an und zog die Nordflanke der Burg entlang nach Westen. Auf dieser ca. 60 - 70 m langen Strecke ist er Anfang der 1930er Jahre zerstört worden. Auf der ganzen West- und Südseite ist der Wall mit über 2 m Höhe bis auf einen Einschnitt im Südwesten gut erhalten. Im Südosten biegt er spiralförmig nach Nordwesten ein, um nach knapp 70 m kurz vor dem zerstörten Wallstück im Norden zu enden. Hier war vermutlich ein weiteres Tor. Zwischen Vorwall im Osten und dem zuletzt genannten Wallstück befindet sich ein ca. 10 m breiter Sohlgraben, der dem inneren Wallzug folgt. Innerhalb des Ringwalls liegt ein über 1 m hoher Mottenhügel, der von einem 1 m tiefen und ca. 7,5 m breiten Sohlgraben umgeben ist. Das kegelstumpfförmige Plateau besitzt einen Durchmesser von 28 m. Ein Dammsystem lässt sich östlich der Burg mehrere 100 m verfolgen. Ob es zur ursprünglichen Anlage gehört, ist nicht gesichert.
Von der Innenbebauung sind zwei Häuser mit Steinfundamenten am Fuße des Burghügels erfasst worden. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabung 1934 mit Keramikfunden des 9.-13. Jhs.