EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Pretzetze

Geschichte:

Die Burg Pretzetze liegt im gleichnamigen Ortsteil von Langendorf. Der Name lässt sich auf einen slawischen Ursprung zurückführen. Preseka heißt so viel wie durchgehauener Weg und wird mit der Errichtung von Sperren in Verbindung gesetzt. Demnach wären die Anfänge der Burg in die slawische Epoche, also das 8./9. Jahrhundert, zu setzen. Archäologische oder urkundliche Nachweise dafür fehlen aber bis jetzt.
Urkundlich ist die Burg erst 1330 erstmals als "hus de pritzeze" erwähnt. 1376 wurde die Burg von Karl IV. mit Hilfe der Magdeburger während des Lüneburger Erbfolgekrieges belagert, bis die Besatzung die Burg aufgab und selbst anzündete. 1382 wird ein Wiederaufbau der jetzt an die Stadt Lüneburg verpfändeten Burg geplant, aber erst 1391 erteilt der Rat der Stadt den entsprechenden Auftrag. 1392 ist sie im Besitz der Herren von Bülow, ab der Mitte des 15. Jhs. erscheint sie nicht mehr in den Quellen.
An ihrer Stelle wurde ein zum Schloss Dannenberg gehörendes Forstgehöft errichtet. Heutzutage wird das Forsthaus, welches über der Burgstelle steht, als Wohnhaus genutzt. (S. Bieler, S. Eismann)

Bauentwicklung:

Über die Bauentwicklung ist wenig bekannt. Die spätmittelalterliche Burg war laut der Schilderung der Belagerung eine reine Holz-Erde-Konstruktion. Der 1391 erfolgte Wiederaufbau war wahrscheinlich eher provisorischer Natur, da die Burg offenbar schon im Folgejahr vollendet war. Ob es dabei zur Errichtung des 1382 projektierten Bergfrieds gekommen ist, ist unbekannt. Nach der Aufgabe der Burg in der 2. Hälfte des 15. Jhs. ist die Burgstelle planiert und mit einem Forsthaus überbaut worden. Die Burgstelle ist heute zum Teil von einer im 19. Jh. vorgenommenen Deichverstärkung überdeckt. (S. Bieler, S. Eismann)

Baubeschreibung:

Das Burggelände liegt direkt am Deich eines Elbarms. Das Plateau des Burggeländes beträgt noch 42 x 39 m und wurde wahrscheinlich beim Deichbau angeschnitten.
Das Gelände wird von den Burgresten noch 2-3 m überragt, es handelte sich somit um eine Motte. Sonst finden sich keine Hinweise auf die ehemalige Burg. (S. Bieler)

Arch-Untersuchung/Funde:

1972 fand eine Begehung des Geländes statt, bei der der Griff eines Grapentiegels aus dem 15.-16. Jahrhundert gefunden wurde. Weitere archäologische Untersuchungen stehen noch aus. (S. Bieler)