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Nienburg in Altencelle

Geschichte:

Die Geschichte der Nienburg liegt im noch im Dunklen. Die von E. Sprockhoff vorgeschlagene Deutung als karolingerzeitliches Kastell wird mittlerweile abgelehnt.. Sie beruht auf etwa 15 Keramikscherben, welche er kurz nach der Grabung in das 10. Jahrhundert, später jedoch in das 16. Jahrhundert datierte.
Auch bei den neueren Ausgrabungen wurde kaum mittelalterliche Keramik geborgen, jedoch zeigte sich eine Besiedlung durch ein eisenzeitliches Gehöft. Die Ausgräberin von 2013 zweifelt den anthropogenen Ursprung des Walles an, allerdings wurde in dessen Bereich kein erneuter Schnitt angelegt.
Sicher ist, dass die Anlage in der Neuzeit als Übungsschanze für Kanoniere und 1757 im Siebenjährigen Krieg für eine französische Geschützstellung genutzt worden ist. Dies ist durch den Lyceumsdirektor Steffens überliefert worden, konnte bisher allerdings nicht durch Munitionsfunde belegt werden.
(S. Bieler)

Bauentwicklung:

Über die Bauentwicklung der möglichen Burg Nienburg kann bisher noch keine Aussage getätigt werden. (S. Bieler)

Baubeschreibung:

Bei der Nienburg handelt es sich um eine leicht verzogene rechteckige Anlage, von 150 x 180 m Größe, die ursprünglich auf drei Seiten von der Aller umflossen war. Zur umgebenden Niederung erhebt sich das Plateau um ca. 3,5 m. Bodenkundlichen Untersuchungen zufolge handelt es sich um eine eiszeitliche Düne, die nur an der Oberfläche bearbeitet wurde. Reste des Walles können nur noch im nördlichen, östlichen und westlichen Teil der Burg ausgemacht werden. Der südöstliche Teil der Burg ist im Laufe der Zeit stark durch Viehtritt beschädigt worden. Nach den Untersuchungen von Sprockhoff bestand der Wall aus einer Erdaufschüttung ohne Holzeinbauten, die mehr oder weniger mit Raseneisenerz durchmischt war. Im Norden bestand der Wall sogar fast vollständig aus Raseneisenerz. Im Westen und Süden sind Wall und Graben abgetragen. Von der mittelalterlichen Innenbebauung ist ein schmales, zweischiffiges Gebäude ergraben worden, das laut der 14-C-Datierung etwa ab der Mitte des 12. Jhs. gestanden hat.
Die Anlage weist einige Höhenunterschiede auf. Im Norden und Süden der Anlage befinden sich zwei Anhöhen, die bis zu 2,5 m Höhe erreichen und aus Sand bestehen. Zudem ist das Gelände offenbar im Hochmittelalter planiert worden, wobei Erde im Osten abgetragen und im Westen aufgeschüttet wurde. (S. Bieler)

Arch-Untersuchung/Funde:

Nach späterer lokaler mündlicher Überlieferung hat ca. 1887 eine Grabung in der Nordwestecke Mauerreste und Waffen erbracht. Die früheste dokumentierte Grabung wurde 1947 unter der Leitung von E. Sprockhoff durchgeführt. Dabei wurde eine Fundamentanlage eines Schwellbalkens angetroffen und es konnten einige wenige Keramikfunde gemacht werden.
Im Jahre 2013 wurde erneut auf dem Gelände unter der Leitung von C. Lohwasser gegraben. Funde und Befunde betrafen aber vor allem die vorgeschichtliche Besiedlung. (S. Bieler)