EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Borwall

Geschichte:

Bei der einzigen Erwähnung dieser Burg im Jahr 1307 hat sie schon nicht mehr bestanden. Die Braunschweiger Patrizier Konrad und Johann Holtnicker sowie Hermann und Johann Wolfram verkauften ihre Güter zu Harderode einschließlich der Mühlen- und der Burgstätte dem Kloster Riddagshausen. Zuvor hatten Johann von Hondelage und Jordan von Wendhausen die Güter zu Lehen. Das Dorf Harderode, in dessen Gemarkung die Burg lag, ist vor 1325 wüst gefallen.
Es wird vermutet, dass es sich um eine Burg der Herren von Volkmarode gehandelt hat und dass sie in den letzten Jahrzehnten des 12. und den ersten vier des 13. Jh. bestanden hat. (Gudrun Pischke)

Bauentwicklung:

Über die mittelalterliche Bauentwicklung lassen sich beim gegenwärtigen Forschungsstand keine Angaben machen. Nach ihrer Aufgabe wurde die Burg als Steinbruch genutzt, später wurde Sand abgefahren und Bauschutt abgeladen. Die Vorburg war 1891 bereits einplaniert, die Wälle sind 1892/93 eingeebnet worden. Bei der Rekonstruktion ist ein Altarm der Schunter wiederhergestellt worden. (Gudrun Pischke)

Baubeschreibung:

Der Burgplatz ist an einem künstlich aufgeschütteten Hügel von 45 x 37 m Ausdehnung erkennbar. Dieser ist nach der Rekonstruktion heute 5,5 m hoch, aus dem Jahr 1861 wird von einer Höhe von 10 m berichtet. Auf ihm befand sich vermutlich ein steinerner Wohnturm, wie sich aus Steintrümmern schließen lässt. Die Kernburg war durch 6-9 m breite Gräben im Westen und Osten von der sichelförmigen Vorburg getrennt. Zugänge zur Vorburg lagen im Norden und Süden. Die gesamte Anlage war von einem doppelten Grabensystem mit dazwischen liegendem Wall umgeben.
Durch Begradigung der Schunter, an deren Südüfer der Borwall lag, sind Gewässerschleifen und Altarme verschwunden. Vorher führte der Schunterlauf direkt an die Ostseite des Borwalls heran. An allen anderen Seiten war die Burg von zwei, streckenweise auch von drei Wällen umgeben. Vor der Rekonstruktion 2005 war die Anlage durch einen den Hügel in Ost-West-Richtung durchschneidenden Suchgraben für den Steinraub und das Ausgraben von Fuchs- und Dachsbauten beeinträchtigt gewesen, zudem war der südöstliche Rand abgefahren worden. Die rekonstruierte Anlage liegt jetzt ca. 100 m abseits des Flusses an einem wiederhergestellten Altarm. (Gudrun Pischke/Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Befundbeobachtungen seit Mitte 19. Jh.
Funde: Mauersteine, Eichenpfosten, Scherben (13.-15. Jh.)
Grabungen 2005/06